Bürgermeister-Geburtstag

Hans-Joachim Grote wird 60 und will noch mal kandidieren

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Am 30. April feiert Norderstedts Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote seinen 60. Geburtstag. Wo, weiß Norderstedts dienstältester Bürgermeister allerdings noch nicht. „Meine Familie hat eine gemeinsame Reise vorbereitet. Wohin – das ist für mich eine Überraschung“, sagt Grote entspannt.
Hans-Joachim Grote ist stolz auf den Erfolg der Gartenschau und den Stadtpark Norderstedt - zur Erinnerung steht Spacy von der Landesgartenschau auf der Dachterrasse vor seinem Büro im Rathaus. Foto Nowatzky
Seit 1998 führt der gebürtige Paderborner die Norderstedter Verwaltung, käme eine weitere Amtszeit hinzu, wäre Grote 24 Jahre oberster Chef der 77.500 Einwohnerstadt in der Metropolregion. Warum wollen Sie für eine weitere Amtszeit kandidieren? Grote: Es macht einfach Spaß, die Stadt weiter mit zu gestalten. Die Amtszeit für Bürgermeister wurde auf 68 raufgesetzt, für mich wäre es zu früh für den Ruhestand. Und ich habe einen Beruf, der Spaß macht. Welche Probleme müssen in Norderstedt dringend gelöst werden? Grote: Eine Stadt ist wie ein Tanker – Veränderungsprozesse sind sehr langfristig. Ein eklatantes Thema ist das Zusammenleben. Die Stadt ist seit ihrer Gründung von 55.000 auf 77.500 Menschen angewachsen. Da gilt es, Rücksichtnahme zu fördern. Was macht die Spannung an Kommunalverwaltung aus? Grote: Es ist nie eine Lösung möglich, die für alle gleich positiv ist. Eine Entscheidung in der Stadt ist immer für und gegen die Menschen der Stadt. Da Akzeptanz zu schaffen ist das spannende. Was sind Ihre Ziele für die nächsten Jahre? Grote:Die Integration der Flüchtlinge ist die größte Herausforderung. Dazu gehört bezahlbarer Wohnraum. Auf der anderen Seite braucht Norderstedt bis 2030 etwa 3000 zusätzliche Fachkräfte, die durch den Demografie-Wandel fehlen werden. Konkret geplant mit dem Haushalt sind weitere Krippenplätze, der Ausbau der Ganztagsschulen und der Neubau von Schulen wie Schulzentrum Süd. Für den Lärmschutz wollen wir zeitnah das Recht bekommen, 30er Zonen zu schaffen und zu überwachen. Und geplant ist auch schon das Bildungshaus Garstedt als sozialer Treffpunkt. Warum sind Sie in die Politik gegangen? Grote: Ich wollte eigentlich Maschinenbau studieren. Als braver Sohn habe ich dann auf Bitte meines Vaters in der Verwaltung angefangen. Und heute macht es Spaß, mit Menschen gemeinsam nach Lösungen für unsere Stadt zu suchen. Welcher Erfolg macht Sie besonders stolz? Grote: Das der Stadtpark nach der LGS ein Identifikationspunkt für die ganze Stadt geworden ist. Viele Norderstedter reden von „unserem Stadtpark“ und das freut mich,. Was hätten Sie im Rückblick lieber anders gemacht? Grote (lacht): Man behält überwiegend die positiven Dinge. Aber ich wüsste nicht, ob ich wirklich etwas anders hätte machen wollen. Was machen Sie als Ausgleich zur Bürgermeister-Tätigkeit? Grote: Im Winter male ich und um Sommer spiele ich Golf – aber nur bei schönem Wetter. Und wie vertragen sich das Amt und Familie miteinander? Grote: Wenn man wenig Zeit hat, erlebt man die Zeit miteinander intensiver. Meine Frau und ich sind seit 35 Jahren verheiratet, meist treffen wir uns erst abends um 22 Uhr zu hause. Aber wenn man da ist, ist man ganz da und tauscht sich intensiv aus. Und auch heute noch treffen wir uns alle mit den Kindern jeden Sonntag um 17/18 Uhr für zwei gemeinsame Stunden – und unsere Kinder sind schon 31 und 27.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 18 2015