50 Jahre Coppernicus-Gymnasium

Schule feiert mit bewegtem Konzert und Festakt

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Renate Aschenbach erinnert sich gerne an ihre Zeit auf Norderstedts ältestem Gymnasium. "Garstedt war damals ein Dorf", sagt die heute 80-jährige Lehrerin.
Renate Aschenbach unterrichtete von 1965 bis 1995 Deutsch und Englisch am ältesten Gymnasium Norderstedts. Foto Nowatzky
Von 1965 bis 1995 unterrichtete sie Deutsch und Englisch am Coppernicus-Gymnasium. Sie und ihr Mann Hans-Dieter waren mit die ersten Lehrerin an dem Gymnasium, dass mit drei Festtagen vom 22. bis 24. April seinen 50. Geburtstag feiert. Der eigentliche Start als Gymnasium Garstedt begann allerdings bereits 1963. Hans-Dieter Aschenbach startete mit drei weiteren Kollegen in der damaligen Realschule Aurikelstieg als Zweigstelle. Nur drei Klassen unterrichteten die Pädagogen unter beengten Verhältnissen. Fiel einer aus, unterrichteten die anderen manchmal zwei oder sogar alle drei Klassen auf einmal. Dabei war das nachbarschaftliche Verhältnis zum Gastgeber Realschule nicht einfach. "Das Gymnasium wurde von der Realschule als Konkurrenz gesehen", berichtet Renate Aschenbach. Auch als die Schule am 12. April 1966 unter Schulleiter Dr. Willi Rasche endlich das neue Gebäude bezog, gab es nicht nur Rückenwind für das überwiegend junge Lehrerteam: "Damals gab es noch Aufnahmeprüfungen", erzählt die ehemalige Deutschlehrerin. "Zu schwer", lautete das Urteil der Garstedter in diesen Jahren. Immer wieder wanderten also Schüler mit schlechteren Noten ins nahe Hamburg ab. "Zuerst hatten sie dort dann auch besserer Noten", schmunzelt die ehemalige Lehrerin, die sich selbst als streng bezeichnet.
Norbert Neumann unterrichtet seit 1998 am Copp. Er hätte gerne eine modernere Ausstattung, schätzt aber das breite Angebot für Schüler. Foto Nowatzky
Trotzdem hatte die Schule großen Zulauf. 1973 erreichte die Schülerzahl mit 900 ihren bisherigen Höchststand. Heute besuchen 727 Schüler und Schülerinnen das Gymnasium am Herold-Center, ab dem Sommer rechnet Schulleiterin Heike Schlesselmann mit knapp 750.
Mutter und Tochter: Leonie ist in der 8. Klasse, Karen machte 1982 hier ihr Abitur. Foto Nowatzky
Leonie Wuth ist eine von ihnen. Die 14-jährige geht in die 8. Klasse und sagt: "Ich gehe hier gerne zur Schule. Ich mag auch die Gebäude, auch wenn die nicht so hübsch sind.". Nicht so gut findet sie allerdings, dass ein Teil der technischen Ausstattung ebenfalls in die Jahre gekommen ist. "Wenn man sich vier Wochen für einen Videowagen anmelden muss, ist das doof", sagt sie. Trotzdem stand für sie schon in der Grundschule fest: "Ich gehe da mal zur Schule." Denn ihre Eltern Karen und Andreas waren auch schon Schüler hier. So wie viele Ehemalige sitzen auch sie heute hier auf den Elternabenden ihrer Tochterwieder auf den gleichen Stühlen wie damals. Und was hat sich verändert? "Rein äußerlich viel zu wenig", sagt die 52-jährige Karen. Zwar wird jetzt der Außenbereich vor der Schule neu gestaltet.
Das Kollegium des Copp 1966 vor dem Haupteingang. Repro Nowatzky
Doch Schüler und Lehrer würden auch innen gerne noch mehr erneuern. Norbert Neumann ist schon seit 1998 als Lehrer hier. Der 64-jährige bietet neben seinen Fächern zusätzlich jedes Jahr eine Arbeitsgemeinschaft: "Junior-Unternehmen" an. Und besonders das außerschulische Angebot an seinem Gymnasium findet er bemerkenswert. "Dadurch ist Schule nicht so kopflastig", urteilt der Pädagoge. Einen Wunsch hat er allerdings im Jubiläumsjahr auch: "Unser Namenspatron sollte hier präsenter sein". Heute erinnert vor allem ein Porträt im Sekretariat an den berühmten Nikolaus Kopernikus, dessen Namen das Gymnasium in der Lateinischen Schreibweise seit dem 10. September 1966 führt. Info: Der offizielle Festakt zur 50-Jahrs-Feier findet am 24. April um 12 Uhr statt. Zusätzlich gibt es am Mittwoch, den 22.4. eine Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft mit dem polnischen Tczew. Am 23. April startet um 17 Uhr in der Aula ein bewegtes Konzert mit Musik und Tanz in der Schule (Eintritt frei) und am 24.4. feiert die Schule am Nachmittag ein großes Schulfest mit Aktivitäten aller Klassen und einem Fußballturnier.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 14 2015