Spass für gehandicapte Kinder

Spielgeräte sollten leichter erreichbar sein

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Der Spielplatz kommt in Sicht und Allegra strahlt. Wie nur eine fünfjährige es kann, freut sie sich auf die Spielgeräte, auf die anderen Kinder. Alles wird ausprobiert, auch das besondere Karussell, das bunt mit kleinen Sitzbänken und Metallbügeln zum Fahren einlädt. Hier im Moorbekpark steht es als eines von zwei Spielgeräten auf Norderstedts Spielplätzen, das speziell auch für Kinder mit Behinderungen geeignet ist. Die Sitze sind rutschfest und auch mit dem Rollstuhl können hier Kinder sicher mitfahren. Das andere ist eine Rutsche im Astrid-Lindgren-Park, ebenfalls gut für Kinder im Rollstuhl geeignet. "Es muss gar nicht alles behindertengerecht sein", meint Allegras Mutter Lidia Sens. Ihre Tochter wurde mit Hypotonie (verringerter Muskelspannung) und einer Entwicklungsverzögerung geboren, kann aber nach mehreren Jahren Physiotherapie schon viele Spielgeräte allein benutzen. Allegra freut sich über Spielgeräte, auf denen sie sicher spielen kann. Kürzere Wege zu Spielplätzen mit geeigneten Geräten wären auch für die Eltern eine Erleichterung. Foto NowatzkyWünschen würde sie sich aber schon, dass es auf mehr Spielplätzen Geräte gibt, die besser geeignet sind. "Rutschen, Schaukeln und Karussells sind toll", zählt Sens auf. Aber um auch alleine schaukeln zu können, sind Schaukeln mit Sitzen nötig. "Die gibt es in Norderstedt gar nicht mehr - Schade", findet die gebürtige Italienerin. Wenn demnächst die Arbeit an dem geplanten Rundweg Spielplätze in Norderstedt Mitte beginnt, stehen auch die beiden Plätze mit integrativen Spielgeräten im Fokus. Rathausmitarbeiterin Anne Ganter und ihren Kollegen gefällt vor allem die Zuwegung nicht, denn beide Spielplätze sind mit Rollstühlen schwer zu erreichen. Ein grundsätzliches Problem für Eltern mit behinderten Kindern. "Wenn man etwas unternehmen möchte, ist es immer aufwendiger", erzählt Allegras Mutter Lidia. Angelika Jührs, Vorsitzende des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte, wäre deshalb an mehr integrativen Spielgeräten gelegen. "Es wäre schön, wenn auf jedem Spielplatz ein Gerät wäre, das auch von behinderten Kindern gut genutzt werden kann, wie eine Schaukel zum rauflegen." Das es gar nicht so aufwendig sein muss, zeigt das Beispiel des integrativen Kindergartens Bunte Kuh im Cord-Buck-Weg. "Wir haben keine speziellen Geräte", sagt die stellvertretende Leiterin Anke Thysell. "Wichtig sind breite Rutschen oder breite Schaukeln, dann können die kleinen Kinder auf dem Schoß mitmachen." Im Sommer wird die Mitwirkungsphase am Spielplatz-Rundweg beginnen. "Es wird Workshops geben, bei denen auch Bürger mitmachen können", erklärt Anne Ganter. In diesem Projekt sollen allerdings nur die bestehenden Spielplätze aufgewertet werden, eine grundsätzliche neue Planung ist hier - noch - nicht vorgesehen. "Uns ist wichtig zu wissen, was wird wirklich angenommen und wo ist Änderungsbedarf", so Ganter. Interessenten können sich gerne vorher unter anne.ganter@norderstedt.de bei ihr mit Ideen und zur Mitarbeit melden.
Erscheint: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 22 2014