Schleswig-Holstein Straße bekommt Ampel

Minister gibt grünes Licht für Signalanlage

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Die letze Kreuzung der Schleswig-Holstein Straße bekommt eine Ampel. Verkehrsminister Reinhard Meyer entschied nach einem Runden Tisch mit Norderstedts Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote, Landrat Jan Peter Schröder, Polizei und Landtagsabgeordneten, das Norderstedts Argumente für eine Ampel an der Einmündung Am Exerzierplatz ausreichen. Der zuständige Landesbetrieb hatte Anfang 2010 zum ersten Mal die Anfrage der Stadt abgelehnt und auch seitdem keine Notwendigkeit für den Ampelbau gesehen. Mit viel Hartnäckigkeit setzte die Stadt sich jetzt durch, tatkräftig unterstützt von der Landtagsabgeordneten der Grünen, Eka von Kalben. "Frau von Kalben war unser guter Draht nach Kiel", bescheinigte Grote. Eine komplette Kreuzungsampel für rund 100.000 Euro soll es jetzt werden. Die Signale regeln damit nicht nur den Überweg über die Schleswig-Holsteinstraße sondern auch über die Einmündung und den Linksabbieger-Verkehr. Damit wird auch die letzte Kreuzung auf der neun Kilometer langen Landesstraße mit einer Ampel versehen - ein Argument für den Bau, wie der Verkehrsminister erklärte. "Nur die Zahl der möglichen Nutzer zu sehen, ist zu wenig", erteilte der Minister der bisherigen Sichtweise des Landesbetriebes eine klare Absage. Statt dessen zählten für ihn die Argumente von Stadtverwaltung und Polizei. Mehr Schülerverkehr durch die Eröffnung der Gemeinschaftsschule Harksheide, eine bereits seit Jahren ausgebaute Fahrradstrecke und die neuen Wohngebiete östlich der Schleswig-Holstein-Straße überzeugten Reinhard Meyer. "Die Ampel ist gerechtfertigt", so Meyer. "Der Minister hat den Knoten durchschlagen", kommentierte Norderstedts sichtlich erfreuter Oberbürgermeister Grote nach der langen Wartezeit. Er gab bereits die Ausschreibung in Auftrag. Schon im März soll die neue Anlage einsatzbereit sein, wie sich Grote noch beim Ortstermin telefonisch versichern ließ. Da auch bisher alle Ampelanlagen vom Hersteller Siemens errichtet wurden, hatte die Stadt schon im Vorwege Kontakt aufgenommen. Auch die Bezahlung wird Norderstedt im ersten Schritt übernehmen, um den Bau zu beschleunigen. Später will das Land dann den größeren Teil der Kosten, vermutlich zwischen 50 und 60 Prozent, erstatten. Norderstedt nutzte den Runden Tisch auch, um die Frage der Zuständigkeit für Geschwindigkeitsüberwachung noch einmal anzusprechen. Bisher liegt diese beim Kreis und der möchte das Zepter nicht aus der Hand geben, schließlich geht es auch um die Einnahmen aus den Überwachungsanlagen. Doch hier gab es noch keine Einigung. Immerhin sagte Landrat Schröder im Beisein des Verkehrsministers einen Vorschlag für Anfang des Jahres zu. Denn am runden Tisch öffnete der ein Hintertürchen in der festgefahrenen Diskussion. Bei Geschwindigkeitsüberwachung gehe es nicht mehr alleine um Verkehrssicherheit, sondern auch um Lärmminderung. Und dann wäre das Thema nicht mehr beim Kreis, sondern städtebaulich bei der Stadt richtig aufgehoben.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 52 2014