Parkscheibe oder Schranke?

Wie sollen Parkplätze rund um NoMi künftig funktionieren

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt "Wenn der Preis stimmt, würde ich für einen Parkplatz auch bezahlen", sagt Rainard Zietlow. Gerade hat er den letzten Parkplatz an der Rathausallee, direkt gegenüber dem Eingang zum Rathaus ergattert. Doch meist sind alle Parkplätze in Norderstedt Mitte belegt. Als die ersten Gerüchte über mögliche Gebühren für P+R-Parken in der Nachbarstadt Hamburg aufkamen, befürchteten insbesondere die Grünen in Norderstedt verstärkt Ausweichparker an Norderstedts Bahnhöfen. Sie forderten vor einem Jahr eine Prüfung, ob auch in Norderstedt stärkere Parkraumbewirtschaftung sinnvoll ist. Bisher gibt es nur um das Herold-Center herum Parkscheinautomaten. Jetzt ist ein erstes Konzept auf dem Tisch. Die Verwaltung schlägt vor, im Bereich Norderstedt Mitte die rund 1000 Stellplätze in Tiefgaragen, P+R und am Straßenrand zu bewirtschaften. Nach ersten Erfahrungen könnten dann weitere Parkanlagen folgen. Allerdings: "Die Politik muss erst sagen, was sie wo will", sagt Stadtrat Thomas Bosse. Je nachdem, ob mehr Geld in den Haushalt fließen soll, die Fremdparker reduziert oder mehr Menschen zum Umstieg auf andere Verkehrsmittel animiert werden sollen, gäbe es verschiedene Ansätze wie zeitlich begrenztes Parken mit Parkscheibenpflicht oder kostenpflichtige Parkplätze. Konkrete Vorschläge, wo künftig mit Schrankensystemen oder Parkscheiben gearbeitet werden soll, gäbe es noch nicht. Allerdings legte die Verwaltung dem Ausschuss auch ein bereits ausgearbeitetes Konzept der Mehrzwecksäle Norderstedt vor. Darin werden gebührenpflichtige Parkplätze in allen vier Tiefgaragen rund ums Rathaus und der Aufbau von Parkscheinautomaten auf den umliegenden Parkplätzen auch am Straßenrand empfohlen. Grundsätzlich hält Thomas Bosse Gebühren für Parkplätze nicht für falsch: "In jeder richtigen Stadt parken Sie nicht umsonst", sagt er. Parken gegen Gebühr hänge davon ab, wie attraktiv der Standort sei. Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr gab es bisher ein uneinheitliches Bild. Daher werden die Parteien zunächst intern diskutieren. "Wir begrüßen ein Konzept, dass den Parkraum stadtumfassend bewirtschaftet", sagt Grünen Fraktions-Chef Detlev Grube. Jürgen Lange, SPD, sieht noch Diskussionsbedarf in seiner Fraktion. Besonders, daher es bisher nicht die befürchteten Probleme durch mehr Fremdparker aus Hamburg gäbe. Sollte die Politik sich für eine Bewirtschaftung entscheiden, kann es ganz schnell gehen. Innerhalb von einem Vierteljahr, so Bosse, könnte beispielsweise ein Lösung über Parkscheiben realisiert werden. Sollten bauliche Maßnahmen wie den Einbau von Schranken nötig sein, dauere eine Einführung entsprechend länger. Viel Geduld haben Autofahrer in Norderstedt allerdings nicht mehr. "Die Parkplatzsuche wird immer schwieriger", sagt Meike Dankewitz. Bis zu dreimal in der Woche kurvt sie von einem Parkhaus zum anderen, bis sie einen freien Platz findet. Daher sagt auch sie: "Für einen garantierten Parkplatz würde ich auch zahlen."
Erschienen: Nordersteder Wochenblatt, Ausgabe 50 2014