Qualitätssiegel für Norderstedter KiTas

Alle städtischen KiTas und Horte ausgezeichnet

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Drei Vorschulkinder haben das nagelneue orange-blaue Siegel neben der Eingangstür der Kindertagesstätte Tannenhof an der Schillerstraße mit vier Schrauben befestigt. Das Deutsche Kindergarten Gütesiegel ziert jetzt alle zehn städtischen Kindertagesstätten sowie die Integrative Kindertagesstätte Regenbogen. Mit der externen Überprüfung wollte die Stadt Norderstedt zunächst vor allem eines: Die Qualität ihrer Einrichtungen verbessern. Dabei stieß die Verwaltung zunächst auf Widerstand. "Pädagogik kann man nicht bewerten, hörten wir von den Einrichtungen", erzählt Sabine Gatterman, Leiterin des Amtes für Schule, Sport und Kindertagesstätten, von den ersten Reaktionen. Bei der ersten Zertifizierung vor drei Jahren erreichten bereits mehrere Norderstedter KiTas das Siegel, bei dem neben den Rahmenbedingungen und Ausstattungen vor allem die Pädagogische Arbeit bewertet wird. "Damit lagen wir im Bundesdurchschnitt", erzählt Gattermann. Die KiTas verstanden die Rückmeldungen nach Fragebögen und Beobachtungstagen als Ansporn und so erreichten jetzt alle KiTas das begehrte Siegel und lagen bei den Bewertungen deutlich über dem Schnitt. Darauf ist auch Dezernentin und Stadträtin Anette Reinders stolz: "Das ist ein tolles Ergebnis. Alle haben das Siegel erreicht und dabei auch noch gut abgeschnitten", freute sich Reinders bei der offiziellen Verkündung in der KiTa Tannenhof an der Schillerstraße. Die Prüfung führte Educert, ein Institut der Freien Universtität Berlin durch. Dessen Geschäftsführer Professor Dr. Wolfgang Tietze hatte das Gütesiegel 2005 erstmals an Kindertagesstätten verliehen. Fester Bestandteil ist neben Fragebögen und Elternbefragungen auch ein angekündigter Beobachtungstag in den Einrichtungen. "Das war erstaunlich", erzählt Thomas Kasubke, Leiter der KiTa Storchengang. "Nach einiger Zeit hat man die Beobachter gar nicht mehr wahrgenommen." Interaktion mit den Kindern, Umgang mit den Eltern und vor allem, wie individuell die Erzieher auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen vermochten spielten bei den Bewertungen eine große Rolle. "Die Auswertungsgespräche zehn Wochen danach waren wertvoll für uns", stellte Iris Bold, Leiterin des integrativen Kindergartens Regenbogen, fest. Wichtig ist Stadt und KiTa-Leitungen dabei, dass trotz möglichst großer Standardisierung von Qualitätsmerkmalen trotzdem Freiraum für Pädagogische Entscheidungen bleibt.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 15 2014