Herbstdisco mit Show-Act

BETA tritt mit Tanzeinlage auf

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Wenn am 7. November um 18.30 Uhr die Herbstdisco der Stadt Norderstedt im Festsaal am Falkenberg beginnt, ist gute Stimmung garantiert. Seit über 20 Jahren lädt das Kulturbüro im Herbst zur inklusiven Veranstaltung. "Über 300 Gäste", erwartet Gabriele Richter vom Kulturbüro, so viele kamen auch in den vergangenen Jahren. "Das ist immer eine schöne, fröhliche Party." Ausgeschrieben ist die Party ab 16 Jahren, kommen dürfen Behinderte und Nichtbehinderte Musikfans um zur Musik von DJ Lars Werner und seinem Team zu tanzen. Bisher waren die behinderten Tanzfans allerdings meist unter sich. Da die Startzeit auf die Wohneinrichtungen für Behinderte abgestimmt ist, kommen nichtbehinderte Jugendliche bisher kaum – für sie ist eine Disco ab 18.30 Uhr offenbar nicht attraktiv. Ein Highlight wird in diesem Jahr der Auftritt der Tanzgruppe BETA werden. Noch vor dem Essen wollen die 30 Tänzer zeigen, was sie in den vergangenen Jahren im Verein TSG Creativ gelernt haben. Trainer Thomas Fürmeyer startete vor über zwei Jahren einen Aufruf an umliegende Werkstätten und Vereine, das wöchentliche Training sprach sich schnell herum, inzwischen gibt es schon zwei Gruppen, die sich selbst den Namen BETA (BehindertenTanzen) gaben. "Tanzen macht Spaß", äußert sich die 30-jährige Kira nach dem Training begeistert. Einen Line-Dance hat die Gruppe einstudiert, alle sind schon aufgeregt. Auch die 23-jährige Valentina, die vom Schwimmen zum Tanzen wechselte und am liebsten gleich in beiden Gruppen mittanzen würde. Wie die meisten kommt sie direkt nach der Arbeit in den Norderstedter Werkstätten zu Fuß in den Verein, um hier neben Gruppentänzen Langsamen Walzer, Cha Cha und andere Tänze zu üben. Tanztrainer Fürmeyer ist selbst begeistert von der Resonanz: „Hier fehlt nur, wer wirklich einmal krank ist. Keine Lust gibt es in den beiden Gruppen nicht.“ Außer der Herbstdisco der Stadt gibt es noch an vier weiteren Tagen im Jahr die Gelegenheit, das erprobte zu zeigen. „Aus vielen verschiedenen Werkstätten kommen immer um die 80 behinderte Tanzbegeisterte“, erzählt Fürmeyer. Jutta Tiffert, stellvertretende Vorsitzende des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte ist begeistert von dem Tanzangebot: „Mein Sohn Benjamin ist von Anfang an dabei.“
Erschienen: Norderstedt Wochenblatt, Ausgabe 45 2014