Attraktivere Fußwege

Fußwegekonzept vorgelegt

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Nur 17 Prozent aller Wege unternehmen die Norderstedter zu Fuß. Das soll sich ändern. Mit dem Fußverkehrskonzept will die Stadt Wege per Pedes attraktiver machen. "Das Fußverkehrskonzept ist wichtiger Baustein in unserer städtischen Mobilitätsstrategie", sagt Baudezernent Thomas Bosse. "Wir unterstreichen damit, dass wir es ernst meinen mit der Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer - Fußgänger, Radfahrer, Busbenutzer und Autofahrer." So soll zum Beispiel der Weg zum Herold Center attraktiver werden. Die Insel als Querungshilfe an der Marommer Straße könnte breiter werden, damit mehr Fußgänger, Fahrräder und auch Menschen mit Kinderwagen oder Rollatoren gleichzeitig Platz haben. Insgesamt sollen Fußwege breiter werden und durch möglichst getrennte Wege für Fußgänger und Radler mehr Sicherheit entstehen. In der Ausschusssitzung für Stadtentwicklung und Verkehr sprachen sich die Politiker einstimmig für das Konzept für ein attraktives Fußwegenetz für den Alltagsverkehr aus. "Da, wo Flächen vorhanden sind, sollte es auch umgesetzt werden", sagt der Ausschussvorsitzender Jürgen Lange, SPD. Vor allem die gewünschte Fußwegbreite von 2,50 Metern könnte scheitern, wenn die benötigten Flächen im Privatbesitz sind. Auch die CDU begrüßt die vorgesehenen Schritte. "Wir wollen mehr Fußverkehr, das geht nur, wenn ein entsprechendes Angebot da ist", erklärt Ausschussmitglied Arne-Michael Berg. Fusswege ohne Stolperschwellen  ein Weg, um den Norderstedtern Beine zu machen. Foto Nowatzky Verkehrsplaner und Bürger hatten auch in Stadtspaziergängen in allen fünf Stadtteilen Mängel aufgeschrieben und Ideen gesammelt. Neben den Fußwegebreiten sind auch Bordsteinabsenkungen, Sicherheit durch Beleuchtung und stolperfreie Wegebeläge gewünscht. "Da sind viele tolle Ideen dabei", bewertet Grünen-Fraktionsvorsitzender Detlev Grube. "Es liegt jetzt auch zum Teil an uns, bei den festgestellten Mängeln über Anträge Abhilfe zu schaffen", meint Dr. Norbert Pranzas, Die Linke. Dabei soll es nicht unbedingt immer um teure Baumaßnahmen gehen. "Man sollte auch auf banale Kleinigkeiten mehr achten", Joachim Welk, WiN: "So könnten Stolperschwellen bei längeren Baustellen wie im Birkenweg vermieden werden." Jetzt ist wieder die Verwaltung am Zug, sie wird aus dem großen Konzept konkrete Vorschläge für die nächsten vier Jahre in den kommenden Sitzungen vorstellen. "Mit dem Fußverkehrskonzept haben wir konkrete Vorschläge auf dem Tisch, wie wir für Fußgänger den Weg zur Schule, zur Arbeit oder zum Einkaufen leichter und attraktiver machen können", so Stadtrat Bosse. "Das wird nicht in einem halben Jahr alles umgesetzt sein - aber wir machen uns auf den (Fuß-)Weg."
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 15 2014