Arriba soll Minus verringern

Ausschuss verlangt tabulose Prüfung

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Das Arriba Spaßbad Norderstedt, eine 100-prozentige Tochter der Stadtwerke, soll auf den Prüfstand. Darauf einigten sich die Mitglieder des Stadtwerke-Ausschusses einstimmig. "Wir bitten um eine Prüfung ohne Tabus" hatte Michael Ramcke, Ausschussmitglied für die Grünen, in der Einleitung seines Antrages gefordert. "Die Werkleitung wird gebeten, dem Stadtwerkeausschuss innerhalb der nächsten sechs Monate eine Szenario-Analyse der Geschäftsentwicklung des Arriba vorzustellen und Möglichkeiten einer dauerhaften und deutlichen Ergebnisverbesserung aufzuzeigen", formulierte Ramcke in seinem Antrag. Das negative Betriebsergebnis von zuletzt 2,2 Millionen in 2013 auf der einen, dagegen Werbeausgaben im sechsstelligen Bereich auf der anderen Seite hatten die Grünen auf den Plan gerufen. In die Diskussion hinein spielte das Opernball-Sponsoring des defizitären Spaßbades. Weil die Summe - wie inzwischen bekannt wurde 5.000 Euro - nicht öffentlich genannt wurde, erschien der Vorgang vor wenigen Tagen im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler. "Dass wir mit unserem ARRIBA-Engagement zum Opernball jetzt auch eine zweifelhafte Bekanntheit, vermittelt über das neue „Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler 2014“, erlangt haben, ist bedauerlich", formulierte Werksleiter Jens Seedorff. Unmittelbar vor der Ausschusssitzung war der Eintrag bekannt geworden, ärgerlich für die Stadtwerke vor allem deshalb, weil auch die Werksleitung dieses Sponsoring mittlerweile kritisch sieht. Seedorff nahm unter dem Eindruck der öffentlichen Diskussion deshalb persönlich Stellung zu dem Antrag. Insbesondere die im Antrag formulierten Handlungsoptionen zu Verkauf oder Einbeziehung eines strategischen Partners lehnte Seedorff ab. "Für ein Bad mit diesem Konzept wird es immer Zuschussbedarf geben", so der Stadtwerke-Chef."Uns ist klar, dass man mit dem Schwimmbad kein Geld verdienen kann", erklärt auch Grünen-Fraktions-Chef Detlef Grube. "Wir haben den Prüfantrag gestellt, damit sich die Experten bei den Stadtwerken Gedanken machen, denn auch die städtischen Töpfe sind endlich." Kostensenkung und höhere Preise werden nun wohl Hauptuntersuchungspunkte werden. Hier wären dann wieder die Politiker gefragt, denn eine Preiserhöhung liegt in den Händen der Stadtvertretung. Jens Seedorff spielt den Ball entsprechend weiter: "Das ist politisch zu diskutieren, weil es neben der Wirtschaftlichkeit des Arriba auch um seine positive Funktion für den Freizeit- und Wohnstandort Norderstedt geht." Weil die Ausschussmitglieder der anderen Fraktionen signalisierten, die Prüfung mitzutragen, jedoch nicht die vorgeschlagenen Handlungsoptionen, kürzten die Grünen vor der Abstimmung kurzerhand ihren Antrag. Mit Erfolg, denn alle Mitglieder stimmten für die Prüfung.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 42 2014