Wartezeit besser nutzen

Norderstedt digitalisiert Akten und Bürgerservices

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Smartphone an, auf norderstedt.de gehen und schauen, wie lange es dauert, bis der nächste Mitarbeiter im Bürgeramt Zeit für mich hat. Statt antiquierter Nummernvergabe hat Norderstedts IT-Chef Norbert Weißenfels jetzt einen modernen Bildschirm im Bürgeramt installiert, gleichzeitig ist das "Nummern ziehen" auch von außen über Smarthone, PC und Co möglich. Die neue Warteanlage ist ein Baustein im neuen Projekt "Modellkommune E-Government". Als eine von acht Kommunen bundesweit wurde Norderstedt ausgewählt, Zukunftsweisende Digitalisierung auszutesten. Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote will diese Chance nutzen: "Es geht darum, dank digitaler Technologie Bürger, Unternehmen und Verwaltung bestmöglich miteinander kommunizieren zu lassen." Mit der neuen Technik im Bürgeramt geht es auch für jeden Norderstedter los. Wer jetzt einen Termin zur Beantragung von Personalausweis, Reisepass und Co braucht, kann entweder wie bisher ein Ticket im Warteraum ziehen oder von zuhause auf die aktuellen Wartezeiten schauen. Der Monitor im Warteraum ist leicht verständlich, am Ende kommt ein Papierticket zum mitnehmen heraus, das für die Übertragung der aktuellen Wartezeit aufs Smartphone noch abgescannt werden kann. So gibt es ab sofort immer die aktuelle Wartezeit zu sehen, entweder auf dem Bildschirm im Rathaus oder auf dem Smartphone. Wer mobil oder von zuhause unter norderstedt.de/Verwaltung-Politik/Verwaltung/Bürgerservice-von-A-Z/Onlinedienste-Formulare-Broschüren/Formulare einen Termin bucht, kann entweder eine Wartenummer für jetzt sofort ziehen oder auch einen späteren Zeitpunkt auswählen. "Aber nur während der Öffnungszeiten", schränkt Norderstedts IT-Chef Norbert Weißenfels ein. Da die alte Anlage ausgetauscht werden musste, haben Bürgeramtsleiterin Heike Feig und Weißenfels sich für diese neue Technik entschieden. "Vordrängeln geht aber nicht", erklärt Feig. Wer am Bildschirm im Warteraum oder am heimischen PC zuerst eine Nummer zieht, ist auch zuerst dran. Jetzt muss das System erst einmal lernen, wie viel Zeit es pro Bürger einplanen muss. "Wir starten mit fünf Minuten, aber mit jedem Bürgerbesuch wird das genauer abgeschätzt", so Weißenfels. Neben dieser für den Norderstedter Bürger sofort sichtbaren Änderungen soll E-Governtment vor allem auch zur Digitalisierung von Akten führen. "Wir haben allein 17.000 Abfallakten in Papierform", so Weißenfels. "Wenn die digitalisiert sind, spart das Papier und auch viel Zeit beim Bearbeiten - das merken die Bürger dann auch wieder."
Erscheint: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 37 2014