Stefanie Nowatzky

Valentina hat 33 Männer im Griff

Volles Programm für Männerchor in Norderstedt

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt "Domdododomdodom..."tönt es aus 26 Kehlen. So wie Sportler sich vor dem Training warmmachen, singen auch die Männer der "Chorgemeinschaft Alster Nord" ihr Stimmen warm, bevor es an das vielfältige Musikprogramm geht. Wenn alle vier Stimmen vom Bass bis zum Tenor komplett sind, singen 33 Männer unter der leidenschaftlichen Leitung von Valentina Barth aus voller Kehle.
Valentina Barth leitet den Männerchor mit Leidenschaft.


Nachdem es in den vergangenen Jahren um die unterschiedlichen Männerchöre im Norden immer schlechter bestellt war, haben sich mehrere zusammengetan und die Chorgemeinschaft mit Übungsraum in Garstedt gegründet. Valentina Barth leitet seit fast 40 Jahren Chöre, ist ausgebildete Chordirigentin und singt seit über 45 Jahren selbst. Mit Herz und Seele ist die Frau mit dem charmanten russischen Akzent dabei und leitet so "ihre " Männer auch durch schwierige Musikstücke. 33 Männer bändigen? "Kein Problem", sagt Valentina und meint, gegenseitiger Respekt sei ihr Erfolgsrezept.
Die Chorgemeinschaft Alster Nord im Konzertanzug mit Chorleiterin Valentina Barth in der Mitte.


Bernhard Drews ist seit Januar neuer Vorsitzender der musischen Gemeinschaft, er selbst singt seit 15 Jahren in unterschiedlichen Chören. "Wenn ich singe, bin ich völlig losgelöst von allen Problemen. Ich tauche in eine andere Welt und werde locker", sagt der 72-jährige Norderstedter. Die klaren Ansagen der Chorleiterin weiß er zu schätzen. "Wir wollen uns wohlfühlen und gut singen", deshalb freut er sich, dass Valentina so viel Wert auf gute Stimmen legt. "Sie kümmert sich um jeden einzelnen", erklärt er.
Bernhard Drews (M.) ist seit Januar Vorsitzender der Chorgemeinschaft. Er singt seit 15 Jahren in unterschiedlichen Chören.


Auch wenn alle 33 Männer gleichzeitig singen - "ich höre jede Stimme", erklärt die ausgebildete Musikerin. Und so kann sie unterstützen, wenn die Männer besser werden wollen. Sie bedauert, dass es immer weniger Chöre gibt. "Ein Generationenproblem", meint sie. Wer früher als Kind im Chor gesungen hat, kommt auch später gerne wieder zur Musik, doch immer weniger hätten diese Erfahrung. "Männer haben oft Schwellenangst, zu uns zu kommen. Aber wir singen ganz viele tolle Stücke", wirbt Drews. Jetzt üben die Männer für das Frühjahrskonzert am 27. Mai im Festsaal am Falkenberg neben "Bist Du einsam heut Nacht" von Elvis und einem Zigeunerlied auch "Rock my soul" von Peter, Paul & Mary, eines der Lieblingslieder des Chores. Sofort werden die Stimmen noch etwas voller, mit mehr Energie schmettern die Männer in den dunklen Anzügen und roten Fliegen den Popsong von 1964.
Peter Rathmann (l) und Peter Beste (2.v.l.) singen mit Leidenschaft Tenor im Alster Nord Chor.


Valentina Barth ist zufrieden, wenn die Männer so voll bei der Sache sind. "Mit Männern zu arbeiten, ist gar nicht so schwer", schmunzelt sie. "Sie wollen immer beweisen, dass sie gut sind." Konzert am 27. Mai mit drei weiteren Chören um 16 Uhr im Festsaal am Falkenberg. Kontakt für Interessierte Mitsinger: bernhard_drews@web.de
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 13 2017

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