Stefanie Nowatzky

Fit für uns Anwohner

Neues Gesicht für Rathausallee geplant

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Ein riesengroßes "E" malt Lasse Jürs mitten auf den Platz vor der Post an der Rathausallee. Keine Sachbeschädigung, sondern intensive Bürgerbeteiligung von knapp 50 Anwohnern und Interessierten rund um die Rathausallee findet an diesem verregneten Sonnabend statt.

Lasse Jürs malt im Regen den Handlungsschwerpunkt der Jugendlichen auf den Postvorplatz an der Rathausallee.
Auch die Polizei ist überrascht. Norderstedts 1. Stadtrat und Baudezernenten Thomas Bosse wird mit der Sprühdose in flagranti überrascht und muss den Beamten erst einmal Auskunft über das Verfahren geben und zeigen, dass die genutzte Farbe sich im Regen wieder abwäscht. Das geht bei dem Wetter ganz schnell, so schnell, dass die Teilnehmer der verschiedenen Kleingruppen ihre gesprühten "Handlungsschwerpunkte" an der Rathausallee immer auch schnell fotografieren müssen, bevor die Farbe wieder im Regen verschwimmt.

Nach gut eineinhalb Stunden ist es geschafft - fast jede Gruppe - vorher von den Mitarbeitern des externen Moderatorenteams mit Naschwerk in Gruppen eingeteilt - hat fünf Punkte in ihrem Bereich gefunden, an denen es Verbesserungspotential gibt, 40 Klebepunkte zieren den Übersichtsplan in der Mensa der Grundschule Heidberg.


40 Handlungspunkte haben die Gruppen festgelegt - mehrere Punkte haben gleich mehrere Gruppen gleich gesetzt.
Dabei reichen die Wünsche von Umnutzung der Fahrradunterstände auf dem Postvorplatz zu gemütlichen Sitzecken für die jugendlichen "Bunker"-Nutzer über bessere Straßenquerungen und Verkehrsberuhigung bis zum Umbau und Überdachung des Rathausplatzes.

Mone Böcker moderiert mit ihrem Team Tollerort die Bürgerbeteiligung an der Rathausallee.
Mone Böcker vom Moderationsteam Tollerort hat gemeinsam mit der Stadt vorher die Rahmenbedingungen abgesteckt, nach dem Rundgang die Ergebnisse zusammengetragen und darauf Ziele für die Planer formuliert. "Bemerkenswert ist die Einigkeit zur Verkehrsberuhigung", sagt sie und "für eine "gemütliche Belebung" der öffentlichen Räume."

Die Fachleute werden an diesem Mittwoch tagen, um aus den Ideen erste Pläne zu entwickeln. Alle drei unabhängigen Büros haben die Ortsbegehung begleitet und aufmerksam zugehört, wenn Jugendliche, Geschäftsleute und direkte Anwohner ihre Ideen und Wünsche genannt haben. Wie der Kinder und Jugendbeirat, der sich schon vorher Gedanken gemacht hat und sie jetzt hier mitbringt.

Neben dem Postplatz möchten sie auch den Platz vor dem Service-Center der Stadtwerke besser genutzt wissen und haben die Unterstützung einer weiteren Kleingruppe: Schwedenfreunde Anja und Rüdiger möchten gerne mehr Vielfalt an der Rathausallee, auch auf den beiden Plätzen.

Anja (l.) und Rüdiger (r.) bringen ihre Meinung in Gruppe "H" ein. Sie wünschen sich mehr Vielfalt bei den Geschäften.
Für die Jugendlichen ist aber vor allem auch der Platz im Park vor dem Bunker noch ein wichtiger Ort. "Hier könnte ein Sonnensegel hin und ein Grillplatz", wünscht sich KJB-Vorstand Florian Jobst. Am 25. März sollen die Ziele weiter diskutiert werden und Stadtrat Bosse will noch vor der Sommerpause ein Maßnahmenkonzept festzurren - "Sie sollen nicht zwei Jahre auf die Ergebnisse warten, dass soll noch im Herbst in die Haushaltsberatungen der Politik", nennt er sein Ziel.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 09 2017

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