Oehleckerring soll Marke werden

Standortinitiative will Gewerbegebiet aufwerten

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn Es hat etwas gedauert, doch nun wollen die Grundeigentümer am Oehleckerring "ihrem" Gewerbegebiet einen modernen Anstrich geben. "Langsam wächst das Gras aus den Ritzen" formuliert Kai-Uwe Billing, Geschäftsführer Firma August Kahl und selbst Vermieter, salopp. Er ist Mitglied der Lenkungsgruppe der Standortinitiative. Auf Anschub von Bezirksamtsleiter Harald Rösler ist die Standortinitiative mit Hilfe der Beratungsfirma Convent-Mensing gestartet. Dazu finanzierte das Amt die Moderation mit 7.500 Euro, Kosten für Veränderungen vor Ort müssen die Eigentümer jedoch selbst aufbringen. Anfang der 1960er Jahre entstanden die ersten Gebäude, das markanteste ist der Turm der ehemaligen Kafferösterei Herz. Die Joachim Herz Stiftung arbeitet seit dem Tod des Unternehmers Joachim Herz von hier aus und errichtet zurzeit um den Turm herum einen Neubau mit insgesamt 2500 Quadratmeter Fläche für bis zu 80 Mitarbeiter. Um den Standort für neue Mitarbeiter und Besucher attraktiver zu machen engagiert sich auch die Joachim Herz Stiftung in der Initiative. "Wir wollen das Profil als Standort von Wirtschaft und Wissen schärfen", so Alexander Bätz für die Stiftung. Zwar gibt es in dem Gewerbegebiet bisher kaum Leerstände, die Eigentümer wollen dem mit einem gemeinsamen attraktiven Auftritt, mit moderner Technikanbindung wie Glasfaser-Anschluss und auch besserer Beschilderung vorbeugen. "Die Mieterstruktur hat sich geändert", so Billing. So sind im ehemaligen Sütex-Gebäude viele Büros unterschiedlicher Größe entstanden, die vor allem von jungen Unternehmen genutzt werden. Das Ausbildungszentrum des Windkraft-Unternehmens Nordex ist in den Oehleckerring gezogen, auch hier kommen viele junge Mitarbeiter, die vor allem auch die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln schätzen. Die Schwerpunkte der Initiative deshalb bisher: Eine gemeinsame Homepage und Gesprächen mit dem HVV. Ergebnis: Mehr Busverbindungen am Vormittag und die Umbenennung der Bushaltestelle. Ab Mitte Dezember wird diese statt Suckweg Gewerbegebiet Oehleckerring heißen. Auch, weil es sich für internationale Gäste besser aussprechen läßt. Derzeit prüfen Kai-Uwe Billing und seine Mitstreiter, die Initiative als Verein fortzuführen. Mit einem Flyer wollen sie andere Grundeigentümer und Mieter des Gewerbegebietes mit ins Boot bekommen. Damit betreten sie Neuland, wie Berater Klaus Mensing erklärt: "In Gewerbegebieten gibt es bisher kaum gemeinsames Management wie in Einkaufszentren." Bezirkschef Rösler hofft auf noch mehr Mitstreiter: "Hier entwickelt sich offensichtlich eine sehr erfreuliche Zusammenarbeit teilweise sehr unterschiedlicher Unternehmen zugunsten des ganzen Standortes. Ich hoffe auf noch mehr Zulauf seitens der Unternehmerschaft, um noch mehr Kräfte bündeln und als Bezirk unterstützen zu können. Der Standort hat Zukunft"
Erscheint: Wochenblatt Langenhorn, Ausgabe 28 2014