Ärger um Solarhöfe

Wie groß wird das neue Quartier?

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Wenn Marc Goldschmidt aus seinem Fenster schaut, fragt er sich, wie lange er diesen Blick noch genießen kann. Um sein Grundstück herum sollen die Solarhöfe am Richtweg mit bis zu fünf Geschossen entstehen. „Als wir das Haus gekauft haben, haben wir schon damit gerechnet, dass hier irgendwann noch gebaut wird“, sagt er mit Blick auf das Feld auf der einen und die Wiese auf der anderen Seite. „Aber passend zur Bestandsbebauung.“ Und das sind am Richtweg und drum herum Einzel- und Reihenhäuser. Die Solarhöfe dagegen könnten bis zu 18 Meter hoch werden. Die Stadt lobte einen Wettbewerb für das Gebiet nördlich und südlich des Richtweg aus, aus dem der Entwurf des Büros Blauraum als Sieger hervorging (das Wochenblatt berichtete). Marc Goldschmidt, der mit etwa 30 Anwohnern die Interessengemeinschaft Garstedter Dreieck Ost gründete, ist die Planung zu groß. Seine Nachbarn und er haben sich die Entwürfe genau angesehen und meinen: „Vielleicht sieht dieser Entwurf nur deswegen gut aus, weil die anderen die Vorgaben gar nicht eingehalten haben.“ Die gut 200 Wohneinheiten sollen in insgesamt vier hofähnlichen Baugruppen entstehen. „Das sieht auf dem Papier gut aus, aber die Felder sind gar nicht so groß. Das wird eng.“ Ihre Sorgen haben die Anwohner schon im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr geäußert, doch die Antworten auf ihre Fragen finden Goldschmidt und seine Nachbarn sehr vage. „Wir erwarten, dass im Verfahren noch deutlich über die Geschosszahl, über die Dichte und auch über die Parkraumsituation nachgedacht wird“, sagt der Anwohner. Dass ein Teil der Planungen ihre Grundstücke mit einbezieht, beunruhigt die Anwohner zusätzlich. „Es gab auch schon Versuche, die Grundstücke aufzukaufen. Aber es will ja keiner weg“, so Goldschmidt. Jetzt warten die Nachbarn auf die Öffentliche Beteiligung, denn hier wollen sie sich mit einbringen. Vor allem hoffen sie auch auf die Politik, denn in Gesprächen hatten einzelne Fraktionen zugesagt, sich vor allem für niedrigere Bauhöhen einzusetzen. Dass als Veranstaltungsort die Grundschule Gottfried-Keller-Straße relativ weit vom Bebauungsgebiet entfernt gewählt wurde, schreckt sie nicht. „Wir wollen uns mit der Sache beschäftigen, da streiten wir uns nicht um den Veranstaltungsort.“
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 28 2014