Sport, Sprache und Selbsthilfe fürs Fahrrad

Jungheinrich spendet für Flüchtlinge

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Mehrere große Pappkartons stehen auf dem Hof der Flüchtlingsunterkunft Fadens Tannen, dazu Rollschränke mit Fahrradwerkzeug, vier Festrechner und 12 Laptops. Mittendrin freuen sich Niza Hasan, Ali Zweighi und Ammar Muslafa über die großzügige Spende der Firma Jungheinrich.
Nizar Hasan, Ali Zweighi, Ammar Mustafa, Dr. Susanne Dähn, Hartmut Götze und Nils Sander mit Computern, Fahrradwerkzeug und Sportkleidung für die Flüchtlinge. Foto Nowatzky
Sie alle wollen besser Deutsch lernen um schnell einen Arbeitsplatz zu finden. Da kommt die Idee eines PC-Cafés für die Unterkunft gerade recht. Dr. Susanne Dähn vom Willkommen-Team: "Im Internetcafé und an den Laptops können die Flüchtlinge Lebensläufe und Bewerbungen machen, das wird jetzt immer wichtiger. Und vor allem noch besser Deutsch lernen." Ganz gezielt hat das Unternehmen mit einem Sitz im Stadtteil Friedrichsgabe Rechner, Fahrradwerkzeug und Sportkleidung gesponsert. Die hauseigene Arbeitsgruppe "Flucht und Asyl" aus Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern hatte die Ideen nach ersten Treffen mit Flüchtlingen bei Fußball und einer Werksführung entwickelt. Und Geschäftsleiter Nils Sander war begeistert: "Ich konnte nicht Nein sagen. Unser Firmengründer hat immer gesagt "mach man" und dass passt hier. Es ist wichtig, das Menschen etwas machen und nicht nur sagen "man müsste"."
Nils Sander, Geschäftsleitung Jungheinrich: "Ich konnte zu keiner Spendenidee unserer AG Nein sagen." . Foto Nowatzky
Er hat selbst schon viele Flüchtlinge auf den Fahrrädern beobachtet, die laut Dr. Dähn für die Asylbewerber in der Regel das einzige Fortbewegungsmittel sind. Und auch der Sportplatz in der Nähe des Firmengeländes trug zur Spendenbereitschaft bei. "So läuft Integration", meint Sander. Allein in die Sportkleidung und Sportschuhe hat das Unternehmen auf Initiative von Betriebsrat Hartmut Götze rund 4.000 Euro investiert, dazu Computer ausgemustert und aufgefrischt und das Werkzeug für die Fahrradwerkstatt bereitgestellt. Götze hat auch schon die nächste Idee: Nach der Sommerpause will er bei den Kollegen gebrauchte Fahrräder einsammeln.
Hartmut Götze ist Betriebsrat bei Jungheinrich und hat mit der Arbeitsgruppe Flucht und Asyl Ideen für passende Spenden entwickelt. Foto Nowatzky
Für den dringendsten Wunsch des Willkommenteams hat er allerdings gerade keine Idee: Wegen des erwarteten Babybooms werden dringend Kinderwagen und Erstlingsausstattung benötigt. In den letzten Tagen kamen bereits sieben Babys zur Welt, 20 weitere werden in den kommenden Wochen erwartet. Da geht dann der Kinderwagen vor dem Wunsch auf ein Fahrrad.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 30 2016

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