Aus für Baugebiet Flensburger Hagen

Methangas beendet Pläne für Wohngebiet

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Bis für ein Wohngebiet die Bagger rollen, vergehen in der Regel ein paar Jahre: Planung, Prüfung der Rahmenbedingungen und aufstellen von Bebauungsplänen erfordern Zeit. Für das geplante Reihen- und Doppelhaus-Gebiet für am Flensburger Hagen in Friedrichsgabe ist die langjährige Prozedur jetzt mit dem Bauleitverfahren abrupt zu Ende gegangen. "Unter dem Gebiet ist eine sechs Meter dicke Schicht mit Zeugs aus den 50er und 60er Jahren", so Baudezernent Thomas Bosse. Vor allem die organischen Reste machen Stadtentwicklung und Projektentwickler einen Strick durch die Rechnung. Prüfungen haben eine 15 bis 35-prozentige Methangaskonzentration ergeben - "das explodiert bei 5 bis 15 Prozent Konzentration gern", wie Bosse lapidar bemerkt.
Thomas Bosse bedauert, das Baugebiet Flensburger Hagen nicht wie geplant nutzen zu können. Foto Nowatzky
In der Nähe von Baugebieten hatte es auch früher schon Methangas gegeben, allerdings nicht in dieser Menge und Konzentration. Deshalb war dann eine Entgasung des Bodens oder auch ein Austausch des belasteten Bodens möglich. Am Flensburger Hagen ist die Müllschicht aus Bauschutt und Bio-Resten dafür zu dick. Für Projektentwickler Schilling bedeutet das nach fünfjähriger Planung das Aus für das neue Gebiet, genauso wie für die bisherigen Eigentümer des etwa vier Hektar großen Geländes. Eine Sanierung wäre mit 1,5 bis 6 Millionen Euro zu teuer. Außerdem sagt Baudezernent Bosse: "Auf solchen Flächen wollen wir keinen Wohnnutzung, schon gar nicht mit Gärten." Stattdessen wird die Fläche westlich der AKN-Trasse jetzt weiter brach liegen, das Gas kann über die grüne Oberfläche in den kommenden Jahren oder Jahrzehnten entweichen.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 27 2016

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