Schautag für neue Unterkunft

Wenig Besucher beim Tag der offenen Tür

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Das hatten sich Norderstedts Stadträte Anette Reinders und Thomas Bosse etwas anders vorgestellt: Der Starkregen mit zahlreichen vollgelaufenen Kellern stahl am Freitag ihrer Einladung zum Tag der offenen Tür im neuen Dorf für Asylbewerber an der Oadby-and-Wigston-Straße die Show.
"Eine schöne Aussicht", findet Anwohner Holger Guhl beim Blick aus dem ersten Stock im Flüchtlingsdorf. Foto Nowatzky
Zu Beginn der zweistündigen Veranstaltung überwog die Zahl der städtischen Mitarbeiter die Zahl der Besucher um ein Vielfaches, erst als die ersten Sonnenstrahlen auftauchten, kamen mit ihnen auch noch Besucher in die Asylunterkunft im Bau. Anwohnerin Janet Saar, auf dem Rückweg vom Hundespaziergang, nutzte die Chance, sich vor dem Bezug einmal anzusehen, wie die Flüchtlinge in der Nachbarschaft künftig wohnen werden. "Für Familien ist es hier schön", findet sie und ließ sich von Anette Reinders eine eingerichtete Wohnung für maximal sechs Personen zeigen. Die knall- und dunkelroten Häuser sollen künftig bis zu 200 Personen beherbergen, im Juli sollen alle stehen, dann folgt noch die Bepflanzung des Außenanlage und Spielgeräte.
Jeder Raum ist mit zwei Betten, einem Tisch, 2 Spinden und Bettwäsche ausgestattet. Foto Nowatzky
Die Häuser werden baugleich an allen neuen Standorten gebaut. Am Buchenweg in Holzbauweise, hier und in der Lawaetzstraße als Container. "Zwei Tage dauert der eigentliche Aufbau der Container", erläuterte Holger Rickers, Amtsleiter Gebäudewirtschaft auf Anwohnerfragen.
Janet Saar ist auf dem Weg vorbeigekommen. Sie will wissen, wie die Flüchtlinge wohnen werden. Foto Nowatzky
Rund 20 Anwohner kamen wie Janet Saar um sich die Wohnungen sowie die Gemeinschaftsräume anzusehen. Das Haupt-Interesse der Besucher richtete sich allerdings auf andere Fragen: Wer kommt hier hin und wie wird das ganze später genutzt. "Vor allem sollen Familien hier her. Dieses Jahr sind von 300 Asylbewerbern über 100 Kinder gekommen", erklärt die Sozialdezernentin die Zahlen. Auch Babybetten gehören zur Ausstattung der Häuser. Reinders schmunzelnd: "Wir erwarten einen Babyboom in den Unterkünften." Baudezernent Thomas Bosse zur Nachnutzung: "Hier wird es besondere Wohnformen geben."
Stadträtin Anette Reinders vor einem Haus in Containerbauweise mit drei Wohnungen und einer Waschküche für alle Wohnungen. Foto Nowatzky
Während derzeit weniger Flüchtlinge kommen, rechnet Reinders bis Jahresende mit insgesamt rund 600 Flüchtlingen.
Erschienen: Norderstdter Wochenblatt, Ausgabe 25 2016

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