1. Fair trade Schule in Schleswig-Holstein.

Auszeichnung für Harksheide

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt "Norderstedt eine Idee voraus" - das gilt in jedem Fall beim Thema Nachhaltigkeit. Als erste Schule in Schleswig-Holstein hat das Gymnasium Harksheide die Auszeichnung "Fair Trade School" erhalten. In nur einem Schuljahr schaffte die Schule die Voraussetzungen für das vom Verein Transfair seit 2012 herausgegebene Siegel. Bundesweit wurden bisher 63 Schulen ausgezeichnet. Nach der Auszeichnung als Fairtrade Town für Norderstedt (das Wochenblatt berichtete) ist dies ein nächster Schritt. Am Norderstedter Gymnasium hat Sabrina Blocher gemeinsam mit ihrer Kollegin Caren Westermann die Bewerbung möglich gemacht. Im Fach Wirtschaft Politik, kurz WiPo, startete die 9c das Projekt fair trade mit großem Engagement. Seit dem Herbst bieten die Schülerinnen und Schüler in jeder 2. großen Paus an ihrem mobilen fair trade point - einem kleinen fahrbaren Holzwagen - fair gehandelte Produkte an. "Am besten gehen die Schokoladenriegel", erzählt die 15-jährige Michelle. Obwohl ein fair gehandelter Riegel 1,20 Euro kostet, gönnen sich vor allem die Unterstufenschüler diesen besonderen Schokogenuss. Aber auch Gummibärchen, Armbänder, Kekse oder Saft geht über den kleinen Verkaufstresen. Der kleine Laden ist dabei ein Baustein, der gleich drei der fünf Kriterien für die fair trade school erfüllt. Laudator Albert Röhl aus Elmshorn: "Es musste ein Team gegründet werden, ein Leitfaden, ein sogenannter Kompass erstellt werden. Dann müssen mindestens zwei fair gehandelte Produkte in der Schule angeboten werden, es muss mindestens zwei Unterrichtseinheiten in mehr als einer Klasse geben und ganz wichtig sind auch kreative Gemeinschaftsaktionen rund um den fairen Handel." Röhl und seine Frau sind mit ihrem Weltladen Top 21 in Elmshorn Kooperationspartner Schule für Transfair in Schleswig-Holstein. Sie haben den kleinen Verkaufs-Wagen bereitgestellt und mit einem Bananenparcours und einem Besuch brasilianischer Studenten an der Schule das Schuljahr begleitet. Neben dem Gymnasium Harksheide gibt es schon an zwei weiteren Schulen fair trade Verkaufsstellen. Das Lessing Gymnasium und die Horst-Embacher-Schule sind damit auch auf dem Weg zur Bewerbung zur fair trade Schule. Die Schüler der 9c in Harksheide wollen "ihren" Laden auch im nächsten Schuljahr weiterbetreuen. Auch wenn sie die Verantwortung für Einkauf, Marketing, Verkauf und Buchhaltung dann an eine jüngere Klasse abgeben werden, wollen sie als Paten ihre Nachfolger beraten "Das macht einfach Spaß", sagt Michelle.
Erscheint: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 27 2014