Feuer am Flughafen - Übungscontainer eingeweiht

Hamburger Flughafen investiert in Brandschutzübungen

Von Stefanie Nowatzky
Fuhlsbüttel Der Flughafen Hamburg hat eine neues Übungszentrum für die Flughafenfeuerwehr. Rund 500.000 Euro investierte der Flughafen in die Brandsimulationsanlage, die im Nord-Westen des Geländes aufgebaut wurde.
Sascha König und Jörg Halfkat zeige, wie ein Flächenbrand bekämpft wird. Foto Nowatzky
Im Mittelpunkt stehen zwei 40-Fuß-Container an der Seite ausgestattet mit einer Tragfläche, einem Triebwerk und einem Fahrwerk. Auch der Innenraum mit Sitzreihen, Bordküche, Toiletten und Innengepäckfächern ist nachgebildet. "Wir können hier Einsätze wie einen Cockpit- oder Triebwerksbrand genauso wie ein Feuer im Bereich der Gepäckfächer oder der Sitze nachstellen und die Löscharbeiten trainieren", sagt Thomas Barke, Leiter der Flughafenfeuerwehr. Neben den Containern kann eine Wanne mit Propangas entzündet werden, um einen Flächenbrand zu simulieren.
An der Anlage kann auch ein brennendes Triebwerk gelöscht werden - zu Übungszwecken. Foto Nowatzky
Die Feuerwache des Flughafens ist rund um die Uhr besetzt, in drei Minuten kommen die Feuerwehrleute im Notfall in jeden Winkel. Rund 2000 Mal im Jahr rücken die insgesamt 80 Feuerwehrleute aus, dafür stehen 16 Fahrzeuge, darunter vier riesige Flugfeldlöschfahrzeuge mit jeweils 12.400 Liter Wasser zur Verfügung. Meistens werden die Rettungswagen benötigt, aber auch Alarme der zahlreichen Brandmelder müssen geprüft werden. Damit die Feuerwehrleute auch für größere Unfälle vorbereitet sind, gehört regelmäßiges Training zum Standard. Doch bisher musste dafür einmal im Jahr die Übungsanlage des Frankfurter Flughafens ausgeliehen werden. "In sechs Tagen mussten dann alle 80 Feuerwehrleute geschult werden. Das war immer knapp", so Barke. Dafür mussten die Dienstpläne umgestellt werden und damit wirklich alle Mitarbeiter an der jährlichen Übung teilnehmen konnten, kamen Kollegen dafür auch extra aus dem Urlaub zurück. Ralf Lederer ist für die Aus- und Fortbildung verantwortlich und freut sich schon auf die größere Flexibilität: "Jetzt können wir üben, wenn es passt." Etwa zwölf Tage, so schätzen Barke und Lederer, werden sie die Anlage pro Jahr im Einsatz haben.
Feuer und Rauch machen eine Evakuierung schwierig - im Übungscontainer können die Flughafen-Feuerwehrleute unter live-Bedingungen üben. Foto Nowatzky
Wenn die Anlage gut eingespielt ist, will Barke auch anderen Flughäfen Übungsmöglichkeiten einräumen. "Mein Traum: Das Ausbildungszentrum Nord", sagt er.
Erschienen: Wochenblatt Langenhorn, Ausgabe 20 2016

Mehr Texte finden Sie im Archiv