Mehr Raum für Flüchtlinge

Stadt legt Konzept vor

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Während die Lage in den Kriegsgebieten Nordafrikas sich immer mehr zuspitzt, bereitet sich Norderstedt auf mehr Flüchtlinge vor. Etwa 170 Flüchtlinge wird die Stadt allein bis zum Jahresende 2014 noch aufnehmen. Bereits jetzt ist klar, dass für rund 100 Personen Plätze fehlen. Sirko Neuenfeld, Leiter des Fachbereich Soziales stellte im Sozialausschuss das Konzept für die Unterbringung für die kommenden Jahre vor. Zurzeit werden Asylbewerber am Buchenweg und in der Lawaetzstraße untergebracht. Beide Unterkünfte können nur noch maximal vier bis fünf Jahre genutzt werden. Um dem derzeitigen Ansturm Herr zu werden, hat die Stadt bereits die ehemaligen Rentnerwohnungen am Kiefernkamp renoviert und nutzt die 23 Wohnungen seit März ebenfalls als Asylunterkünfte. Kurzfristig sollen am Harkshörner Weg Container für 60 Personen aufgestellt werden und die Gemeinschaftsschule Fadens Tannen nach dem Auszug der Schule für 60 Personen umgebaut werden. Die Kosten für beide Maßnahmen liegen bei knapp 300.000 Euro, dazu kämen monatliche Kosten von 23.500 Euro. Frühestens in 10 bzw. 13 Monaten können diese Plätze genutzt werden. Für die Übergangszeit muss die Stadt wahrscheinlich Wohnungen anmieten. Langfristig soll neben der ehemaligen Feuerwehrwache an der Segeberger Chaussee ein Gebäude für etwa 35 Menschen entstehen. Ähnlich wie in der geplanten Obdachlosenunterkunft am Langhamer Weg wird es kleine Ein-Zimmer-Apartments mit Kochnische und Bad geben. Kosten etwa 1,4 Millionen Euro. Diese Unterkunft könnte im Sommer 2016 in Betrieb gehen. Dazu sind Unterkünfte am Harkshörner Weg und in der Lawaetzstraße geplant. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr billigte das Konzept, wies zusätzlich noch auf die nötige Öffentlichkeitsbeteiligung und die Nutzung von Finanzmitteln zur Städtebauförderung hin. Der Mangel an Unterkünften wird noch verstärkt, weil viele Flüchtlinge über lange Zeit in den Unterkünften verbleiben. "Es fehlen Wohnungen", so Sozialdezernentin Anette Reinders. Ihr Ziel ist die Verweildauer in den Unterkünften drastisch zu senken. Dazu ist sie auch in Gesprächen mit den Wohnungsbaugesellschaften in Norderstedt. "Die Menschen müssen Wohnungen anmieten können", fordert die Stadträtin. "Vor allem Familien müssen möglichst schnell eine Wohnung bekommen. Für die Integration der Kinder ist das wichtig." Eine mögliche Lösung dazu praktiziert die Nachbarstadt Hamburg. Hier werden Wohnungen von der Stadt angemietet und an Asylbewerber weitervermietet. So haben die Eigentümer mehr Sicherheit, wenn der Aufenthaltsstatus der Flüchtlinge noch ungeklärt ist.
Erscheint: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 25 2014