Vision Kulturakademie Norderstedt

Mehr Raum für Kulturträger gesucht

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Blasorchester, Musicaltheater und Symphonieorchester unter einem Dach - wenn es nach Fritz-Jürgen Stockmann geht, wird das schon 2018 Wirklichkeit.
Fritz-Jürgen Stockmann ist Vorsitzender der Kulturstiftung. Seine Vision: Eine Kulturakademie mit eigenem Haus. Foto Nowatzky
Denn der Vorsitzende der Kulturstiftung präsentierte im Kulturausschuss seine Vision der Kulturakademie Norderstedt gemeinsam mit Rüdiger George, Leiter der Musikschule und Vorstandsmitglied der Stiftung. Offenbar überzeugend, denn George bekam den Auftrag, in den kommenden Wochen ein Raumkonzept zu erstellen. Erst danach wird entschieden: Kommt das Kulturhaus, wie groß soll es werden, was wird es kosten, wer bezahlt und wo genau soll es stehen. Standortwunsch der Kulturstiftung: Möglichst nah am Musikschulkubus und dem Kulturwerk am Stadtpark. Beide haben sich seit der Öffnung zur Landesgartenschau 2011 als Magnet für Kulturveranstaltungen und Bildung bewährt, ein weiteres Haus, so meint Stockmann, würde der Stadt großes Potential bieten. Nicht zuletzt, weil in Hamburg derzeit über das Ende der Musicalakademie "Joop van den Ende" der Stage Entertainment GmbH verhandelt wird und Norderstedt gerne hier einsteigen würde. Schon seit Gründung der Kulturstiftung 2001 war der Bau eines Kulturhaus Ziel: Die Stadt brachte als Mitstifterin ein 1500 Quadratmeter-Grundstück am Gymnasium Harksheide mit ein mit der Option, dort ein Gebäude zu errichten. Inzwischen ist der Raumbedarf der Musiker in der Stadt gestiegen. Das Symphonische Blasorchester Norderstedt SBN ist auf 80 Musiker angewachsen und ist bereits temporär aus dem Forum des Lessinggymnasiums ausgezogen - zu wenig Platz und zu oft für schulische Veranstaltungen belegt. "Wir sind die größten und die lautesten", meint MV-Vorsitzender Jens Becker mit einem Schmunzeln. Doch der Ernst hinter dieser Aussage: Einige Musiker bekamen schon ein ärztliches Teilnahmeverbot.
Ermittelt jetzt den genauen Raumbedarf: Musikschulleiter Rüdiger George. Foto Nowatzky
Zu viele Blasmusiker auf zu engem Raum - das geht aufs Gehör. Derzeit probt das Orchester in der Horst-Embacher-Schule - doch die soll abgerissen werden. Gerade am Wochenende erst hatte das SBN beim Deutschen Orchesterwettbewerb teilgenommen ist ein Aushängeschild für die Stadt bundesweit. "Aber so wie bisher weitermachen geht nicht auf dem Niveau", sagt Becker und hofft auf die Kulturakademie. "Vielleicht fänden sich für so ein tolles Musikprojekt ja auch Sponsoren", meint er. Andere Ausweichräume in der Stadt - auch für die anderen Orchester wie Junges Blasorchester, Fishhead Horns und das Symphonieorchester der Musikschule - gibt es bisher nicht. Allerdings sind viele Räume, die unter anderem die Musikschule nutzt, Vormittags nicht ausgelastet, auch eine Kulturakademie wäre mit den derzeit angedachten Nutzern vor allem ab 17 Uhr belegt. Deshalb will die Kulturstiftung gemeinsam mit der Musikschule eine Kulturakademie aufbauen. "Dann würden wir Vormittags berufliche Bildung in Sachen Musik oder auch Kunst anbieten und ab dem Nachmittag weiter die Kulturträger unterstützen", sagt Fritz-Jürgen Stockmann.
Aus zwei mach drei: Zu Musikschulkubus und Kulturwerk soll sich die Kulturakademie gesellen. Foto Nowatzky
Er ist überzeugt, 2018 wird die Kulturstiftung zur Einweihung der Kulturakademie Norderstedt einladen.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 19 2016

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