Nahe Hilfe für die Psyche

Tagesklinik für Kinder und Erwachsene feiert Richtfest

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Mit viel Begeisterung erklärt Anna Vetter, Leiterin der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Regio-Klinik Elmshorn, die Raumaufteilung der neuen Psychiatrischen Tagesklinik am Frederikspark in Norderstedt. Zwar sind die Räume noch offen, gerade erst ist der Richtkranz auf das Dach der Klinik gezogen worden. Aber bei Vetters Erklärung füllen sich die Räume bereits mit Kindern, sausen Dino-Cars ums Gebäude und in der künftigen großen Küche kochen gemeinsam Eltern und Kinder. Denn das neue Konzept der 5,6 Millionen Euro teuren Klinik ist ein Doppelhaus: In einem Flügel werden Erwachsene behandelt, in einem Kinder und Jugendliche. "So können wir auch psychisch kranke Eltern und ihre Kinder gleichzeitig und gemeinsam behandeln", freut sich Vettern schon auf die Arbeit. Ende 2014 soll das Haus fertig sein. Auffällig im Bau sind die vielen großen Fenster, beide Gebäudeteile umschließen jeweils einen großen Innenhof. "Das ist so gewollt", erklärt Claus von See, Geschäftsführer des Trägers Landesverein für Innere Mission. "Alles soll hell, freundlich und transparent sein. Niemand soll hier das Gefühl haben, allein gelassen zu sein." Zunächst ist die Klinik für Erwachsene für 20 Patienten konzipiert, behandelt werden sollen vor allem Menschen mit Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen. In der Tagesklinik werden keine Patienten mit akuter Selbstmordgefahr oder Verwirrtheit, Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch oder Fremdgefährdung behandelt. Für die die Kinderklinik sind erst einmal zwölf Plätze geplant. Doch die Nachfrage ist schon jetzt groß, über 30 Anfragen aus Norderstedt hat Vetter seit März schon bekommen. Hans-Joachim Schwarz, Chefarzt des Psychiatrischen Zentrums Rickling, ist sicher: "Die Klinik schließt für Norderstedt endlich eine große Lücke." Die Einweihung seines neuen Hauses wird Schwarz allerdings nur noch auf Projektbasis begleiten. Ab 1. Juli wird Nikolas Kahlke seine Nachfolge übernehmen und damit auch administrativ für die neue Norderstedter Klinik verantwortlich sein.
Erscheint: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 25 2014