Interessantes Spielzeug

Bastler-Gruppe für 3D-Drucker in der Stadtbücherei gesucht

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Ein leises „ditditdit“-Geräusch kommt aus dem Glaskasten direkt neben der Eingangstür der Stadtbücherei Norderstedt-Mitte.
Tröpfchen für Tröpfchen entsteht das Schweinchen im Drucker aus blauem Kunststoff. Foto Nowatzky
Tröpfchen für Tröpfchen wächst „Piggy“, eine kleine Schweinefigur, aus blauem Plastik heran. Dietmar Drews erklärt: „Der Kunststoff-Schlauch, das Rohmaterial, wird Stück direkt im Druckkopf erhitzt und so flüssig. Millimetergenau setzt der Druckkopf dann die einzelnen Tröpfchen nach der Vorgabe an- und aufeinander.“ Und so wächst Piggy Schicht um Schicht, genau wie die Datei auf der eingegebenen SD-Karte dem Drucker vorgibt. Bis zu 7,5 Zentimeter groß dürfen die kleinen Plastikfiguren mit den Drucker werden, allerdings kostet das vor allem eines: Zeit! Für Piggy, eine der einfachsten Figuren, die hier in NoMi als Anschauungsmaterial gefertigt werden, braucht der Drucker etwa eine dreiviertel Stunde. „Diese Technik ist eben eher für Einzelstücke und nicht für große Serien geeignet. Im Flugzeugbau oder bei Modellen wird das eingesetzt. Positiv ist, dass kein Material verschwendet wird“, so Drews, stellvertretender Leiter der Stadtbücherei. Ursprünglich war geplant, auch auf Auftrag kleinere Plastikkonstruktionen für Norderstedter Bürger zu drucken, doch das stellte sich als zu aufwendig heraus. „Wir müssten dann immer erst beurteilen, ob die Dateien sich auch als Konstruktion eignen, dafür fehlt KnowHow und Zeit“, sagt Drews.
Tröpfchen für Tröpfchen entsteht das Schweinchen im Drucker aus blauem Kunststoff. Foto Nowatzky
Seit der Drucker hier als Zeichen für moderne Technik steht, hat er also vor allem sogenannte „Give Aways“, wie Lesezeichen oder eben Piggy gedruckt. „Wir hätten aber gerne eine Gruppe von Leuten, die Lust haben sich intensiver mit dem Gerät zu beschäftigen“, stellt Drews sich vor. Sein Kollege Stefan Vogelsandt hat bereits mehrfach kurze Kurse zum Thema angeboten, um Grundlagen zu schaffen. Eine „Bastel-Gruppe“, wie Drews sie liebevoll nennt, könnte sich intensiv damit beschäftigen, wie aus Ideen druckbare Konstruktionen werden, zum Beispiel auch mit Fotografien als Vorlagen. Denn der Drucker ist nur ein Baustein der Bücherei hin zu mehr Angeboten neben der Medienausleihe. „Wir bieten zum Beispiel Elektronik-Workshops an, einen Bastelworkshop für Schmuck und andere Mitmachaktionen“, zählt Dietmar Drews auf. Interessenten für die 3-D-Drucker-Gruppe können sich direkt bei ihm unter 040-53595961 oder dietmar.drews@norderstedt.de melden. So lange werden in dem Glaskasten vorwiegend weiter kleine Schweine in verschiedenen Farben gedruckt.
Dietmar Drews vor dem arbeitenden Drucker mit einer Auswahl an fertigen Konstruktionen Foto Nowatzky
Drews hofft auf die Bastelgruppe, denn: „Auf Dauer ist das doch etwas langweilig.“
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 14 2016

Mehr Texte finden Sie im Archiv