Norderstedter Fuhrpark unter Strom

Rathaus nutzt Förderung für zehn E-Fahrzeuge

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Weiß-schwarz sind die zehn neuen Flitzer der Stadt Norderstedt, mit denen die 400 Angestellten im Rathaus künftig ihre Dienstfahrten erledigen. Das Besondere: Mit dem zweijährigen Leasingvertrag stellt Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote fast die komplette Flotte der Stadt auf E-Mobilität um.
Hans-Joachim Grote bei der Testfahrt über den Rathausmarkt. Foto Nowatzky
Die bisherigen Fahrzeuge waren zwischen sechs und zehn Jahre alt, fuhren meist deutlich unter 100 Kilometer am Tag. Damit fahren die Mitarbeiter zu Terminen in der Stadt, ob Jugendamt, Betriebsamt oder Pressestelle. Auch Grote will bei Fahrten in Norderstedt eines der neuen Fahrzeuge nutzen, nur für weitere Dienstfahrten bleibt es beim herkömmlichen Dienst-BMW. „Die E-Autos passen genau in unser Konzept“, so Grote. Nachhaltigkeit und Lärmschutz sind Ziele, die auch in der Agenda der Stadt inzwischen fest verankert sind. „Die Autos sind leise und umweltfreundlich“, stellt der Oberbürgermeister bei einer kurzen Probefahrt über den Rathausmarkt fest. Die Stadt hatte vor dem Rathausfuhrpark bereits Erfahrungen mit E-Mobilität gesammelt.Denn bisher hatte das Betriebsamt schon drei E-Fahrzeuge im Betrieb, aufgeladen sogar mit der der eigens dafür aufgestellten Solartankstelle.
Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote übernahm die neue E-Flotte von STADAC-Geschäftsführer Philipp Leuchtenberger. Foto Nowatzky
Der Einsatz von E-Fahrzeugen ist ökologisch nicht unumstritten, vor allem, wenn der benötigte Strom aus Atomkraft oder Kohle kommt. Doch da in Norderstedt ein großer Anteil des Stromes, mit dem die Fahrzeuge über Nacht in der Rathausgarage aufgeladen werden sollen, aus regenerativen Energien kommt, sieht Grote nur die Vorzüge der neuen Technologie. Vor allem, weil durch eine großzügige Förderung des Bundes und ein besonderes Angebot für die Stadt von BMW die Autos deutlich günstiger kommen, als der bisherige Fuhrpark. Zwar will und darf Grote die Details des Vertrages nicht öffentlich nennen, ist allerdings sehr offensichtlich zufrieden mit dem Deal. Wert jedes Fahrzeuges: rund 40.000 Euro. Auf den weiß-schwarzen BMW i3 zeigt nicht nur die blaue Farbe den Kraftstoff an. Auch auf den Nummernschildern steht am Ende ein „E“ für Elektro. Mit den 125 KW oder 175 PS kommen die Mitarbeiter künftig bis zu 190 Kilometer mit einer Aufladung. „Das reicht für die üblichen Fahrten innerhalb Norderstedts oder nach Hamburg, Lüneburg oder Kiel“, meint Grote. Über Nacht sollen die Flitzer dann an die Steckdosen, die extra in der Tiefgarage unter dem Rathaus installiert wurden.
Norderstedt - eine Idee voraus. Foto Nowatzky
BMW-STADAC-Geschäftsführer Philip Leuchtenberger hofft mit den deutlich erkennbaren Fahrzeugen der Stadt auch mehr Norderstedter von E-Fahrzeugen überzeugen zu können. „Wir haben in Norderstedt noch Nachholbedarf“, meint er.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 14 2016

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