Umsatzsteigerung für Lufthansa Technik

Innovationsschwerpunkt Hamburg

Von Stefanie Nowatzky
Fuhlsbüttel Mit 6608 Mitarbeitern in Hamburg ist die Lufthansa Technik AG einer der größten Arbeitgeber im Norden der Stadt. Hier in Fuhlsbüttel werden Triebwerke gewartet, hier ist der Service für VIP-Flugzeuge, Fahrwerke und Flugzeuge insgesamt und einzelner Komponenten. So bauten die Hamburger LH-Techniker im vergangenen Jahr die ehemalige "Kanzlermaschine" in ein Zero-G-Flugzeug zur Erforschung der Schwerelosigkeit um.
Dr. Johann Bußmann führt seit knapp einem Jahr die Geschicke des weltweit größten Flugzeugwartungsunternehmens. Foto Nowatzky
Hamburg war auch Ausgangspunkt für das bisher größte Umbauprogramm des Unternehmens: In zweieinhalb Jahren rüsteten die Mitarbeiter 80 Langstreckenflugzeuge der Lufthansa mit einer komplett neuen Kabinenausstattung und einem neuen Unterhaltungs-System aus. Trotzdem gibt es dunkle Wolken am Himmel der erfolgreichen Lufthansa Tochter. Vorstandsvorsitzender Dr. Johannes Bußmann, der im vergangenen Jahr den langjährigen Technik-Chef August-Wilhelm Henningsen ablöste, sieht den Druck auf die Produktionskosten in seiner Branche vor allem für Hamburg als größte Herausforderung der Zukunft. "Qualitätsstandards und Materialkosten sind weltweit gleich, der Wettbewerb bei Standardprodukten ist fast nur noch über die Produktionskosten zu gewinnen", sagt Bußmann. Weltweit beschäftigte Lufthansa Technik im vergangenen Jahr 20.289 Mitarbeiter, mit 10.800 knapp über die Hälfte in Deutschland.
Constanze Hufenbecher ist seit Februar Finanzvorstand des Unternehmens mit weltweit 20.289 Mitarbeitern. Foto Nowatzky
Für 2015 verbuchte das Unternehmen allerdings hohe Zuwächse. Während der Umsatz um 17,6 auf 5,1 Milliarden Euro stieg, lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern mit 454 Millionen Euro sogar um 20 Prozent höher als im Vorjahr. Neben dem Geschäft mit den Konzerneigenen Flugzeugen der Lufthansa-Gruppe hat das Unternehmen 2015 3,3 Milliarden Euro mit externen Kunden erwirtschaftet und ist damit nach wie vor Weltmarktführer. Die Zukunft sieht Bußmann vor allem im internationalen Geschäft. "Europa ist zwar unser Heimatmarkt, aber die Wachstumsziele sind nur mit Amerika und Asien zu erreichen", unterstrich auch Constanze Hufenbecher, seit Februar Finanzvorstand des Unternehmens. Schon jetzt hat das Unternehmen die Standorte weltweit weiter ausgebaut, zuletzt in Puerto Rico. Auch bei geplanten Investitionen für 2016 wird deutlich, wo der Vorstand die Zukunft der in Hamburg beheimateten Lufthansa Technik sieht: Von den geplanten 354 Millionen Euro sollen 2016 205 in den internationalen Ausbau gehen, zum Beispiel in die Kooperation mit Triebwerks-Hersteller GE Aviation. Weitere Investitionsschwerpunkte sind mit rund 40 Millionen Innovationen. Hier in Hamburg entsteht das hauseigene Innovationszentrum. "Ein entscheidender Mega-Trend ist die Digitalisierung", so Bußmann. Zukünftig will das Unternehmen noch mehr Daten über die rund 3.700 betreuten Flugzeuge sammeln und auswerten und damit deren Einsatzfähigkeit weiter steigern.
Die Wartung von Triebwerken (hier das einer A330) ist ein Schwerpunkt in Hamburg - noch, denn über die Standorte für Wartungstätigkeit wird derzeit gesprochen. Foto Nowatzky
Prognosen über die Zukunft der Hamburger Arbeitsplätze gab Bußmann nicht ab. Zwar sei im Gespräch, wo in Zukunft der Service für welche Triebwerke angesiedelt werde, kurzfristig seien allerdings keine großen Auswirkungen in Sicht.
Erschienen: Wochenblatt Langenhorn, Ausgabe 12 2016

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