Fragezeit für lärmgeplagte Anwohner

Von Stefanie Nowatzky
Fuhlsbüttel Mit einem Novum startete die 213. Sitzung der Hamburger Fluglärmschutzkommission. Vorsitzender Harald Rösler begrüßte knapp 30 Anwohner zur Bürgerfragestunde im AirportConferenceCenter. Dabei machte der Bezirkschef deutlich, dass innerhalb der Kommission große Bedenken gegen diese erste bundesweite Öffnung einer Lärmschutzkommission zu überwinden gewesen sein. Dazu Reimer Lange, stellvertretender Vorsitzender: "Das Klima in der Kommission ist konstruktiv. Aber bei einer Veranstaltung mit Publikum werden leicht extremere Positionen vertreten als bei einer internen Runde." Auch die Bürgerinitiativen, die eine Öffnung gefordert hatten, waren vor Beginn skeptisch. Mit einer halben Stunde zu kurz, an einem Freitagmorgen zu einer ungünstigen Zeit für Berufstätige - so lautete die Kritik. Trotzdem waren rund 30 Bürger gekommen und hatten bereits vorher per mail oder direkt vor der Sitzung ihre Fragen an Harald Rösler gestellt. Für 15 Fragen reichte die Zeit, allerdings verlängerte Rösler dazu zunächst stillschweigend die Fragezeit - am Ende auf eine Stunde. Dabei waren die Anfragen sehr konkret: Vor allem die Routen der Maschinen wurden von den Bürgern hinterfragt, sowohl auf der nördlichen- als auch auf der östlichen Landebahn gibt es nach Anwohnermeinung oft Abweichungen von der geraden An- und Abflugbahn. Vor allen anderen war Christine Schierhorn von der Deutschen Flugsicherung in dieser Stunde gefragt. Sie erklärte mehrfach die festgelegten Start- und Landewege. Auch Pilot Matthias Weinert von der TuiFly erklärte Start- und Landeverhalten aus Sicht der Piloten. Die Mitglieder der Kommission waren sichtlich bemüht, Fragen möglichst konkret und ausführlich zu beantworten. So bot Schierhorn für Detailfragen weitere Gespräche an. Fazit: Es kamen mehr Interessierte, als von der Kommission erwartet und die Fragen wurden ausführlicher beantwortet, als von vielen befürchtet. Die offene Fragestunde ist erst einmal für ein Jahr in der Erprobung, für die nächste Sitzung am 5. September um 10.15 Uhr lud Sitzungsleiter Harald Rösler am Ende ein.
Erschienen: Wochenblatt Langenhorn, Ausgabe 24 2014