Tierschutz aus Langenhorn

Terra Mater vermittelt Tiere und Tierpatenschaften

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn Terra Mater - Mutter Erde: Unter diesem Namen arbeitet eine Tierschutzorganisation von vielen Langenhornern unbemerkt am Oehlecker Ring.
Gefundene Wildtiere wie dieses Schreiadlerküken sollen an den Auffangstationen aufgepäppelt und wieder ausgewildert werden. repro Nowatzky
Schon seit über 20 Jahren, seit 2013 als Verein, ist Terra Mater in Sachen Umwelt- und Tierhilfe aktiv, inzwischen gibt es drei Standorte in Deutschland. Während der Tiernotruf vor allem in Süddeutschland am Vereinssitz mit Reptilienstation in Graben-Neudorf und einer Auffangstation in Lustadt arbeitet, sind Mitgliederverwaltung und Öffentlichkeitsarbeit in einem unscheinbaren Büro mitten in Langenhorn tätig. Hier arbeiten fünf der insgesamt 16 festangestellten Mitarbeiter des Vereins, beantworten Fragen rund um den Tierschutz, verwalten die bundesweit derzeit rund 18.000 Mitglieder, vermitteln Hilfe für Tiere in Not und erarbeiten Unterrichtsmaterial für Schulprojekte. Gemeinnützig ist der Verein allerdings erst seit 2013. Denn früher warb eine externe Firma zum Teil aggressiv um Mitglieder für die Tierschutzorganisation, damals hatte der Verein laut Aussage des damaligen Sprechers über 40.000 zahlende Mitglieder. Heute finanziert der Verein nach eigenen Angaben mit den Mitgliedsbeiträgen von mindestens fünf Euro im Monat den Unterhalt in den Tierauffangstationen, neben der eigenen arbeitet Terra Mater noch mit 24 weiteren bundesweit zusammen. Hier im Norden ist das die Wildauffangstation Klein Offenseth-Sparieshoop in Schleswig-Holstein. Neben der Tierrettung gibt es noch weitere Schwerpunktthemen. Da ist zum einen die Nachzucht der vom Aussterben bedrohten Pferderasse "Altmärker Kaltblut". In Korgau in Sachsen-Anhalt wird seit dem Jahr 2000 diese früher weitverbreitete Rasse nachgezüchtet. Inzwischen zählt die kleine Herde wieder neun Tiere und erwartet demnächst wieder Nachwuchs. Außerdem werden Patenschaften für nicht mehr vermittelbare Tiere wie Leguan Hannibal oder Hängebauchschwein Gerry vermittelt (www.terra-mater.de). In Hamburg ist die Arbeit theoretischer. Werden Tiere in Not hier in Langenhorn gemeldet, vermittelt das Terra Mater-Team entweder zum Veterinäramt oder zu der Auffangstation in Schleswig-Holstein. "Wir werden zu Beispiel von der Polizei dazu geholt, wenn Haustiere nicht artgerecht gehalten werden, oder der Halter verstirbt", erzählt Angelika Maßberg aus der Praxis. So war sie dabei, als über 20 Münsterländer-Hunde aus einer nicht artgerechten Haltung befreit wurden. "Das war ein schöner Moment, als wir all diese Tiere wieder in gute Hände vermittelt haben", sagt sie. Stärker will sich der Verein vor allem in der Kinder- und Jugendbildung einbringen. "Wir haben Arbeitsblätter für den Sachkunde-Unterricht zum Thema Haus- oder Wildtiere, vermitteln Experten für Projektstunden dazu oder können auch Exkursionen zu Tierauffangstationen organisieren", sagt Sprecherin Herdis Seibt.
Vereinssprecherin Herdis Seibt möchte vor allem mehr Kinder und Jugendliche für den Tier- und Umweltschutz gewinnen. Foto Nowatzky
"Wenn Kinder wissen, wie man mit einem gefundenen Wildtier richtig umgeht, ist das gelungener Tierschutz", meint Seibt.
Erschienen: Wochenblatt Langenhorn, Ausgabe 06 2016

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