Kein schlechtes Wetter am Baui

Ganzjährig Spiel und Spaß auf dem Bauspielplatz

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn Schlechtes Wetter gibt es auf dem Baui Essener Straße nicht.
Die bunten Hütten haben die Kinder selbst gebaut. Celina, Cheyenne, Jolie (vorne v.l.) und Sandy sind Stammgäste bei Baui-Leiterin Valeska Conze. Foto Nowatzky
Trotz Winterwetter mit Regen und Temperaturen um die fünf Grad trudeln die Kinder ab drei Uhr auf dem Gelände ein, meist gut eingepackt mit warmen Jacken und regenfesten Hosen. Der Baui direkt an der Stadtgrenze hat einen großen Vorteil: Ein großes Spielhaus mit Billiard, Kicker und Dart und viel Platz auch zum Basteln und für Gesellschaftsspiele, wenn es mal zu nass sein sollte. Morgens betreut "Kunterbunt" hier die 3 bis 6-jährigen, am Nachmittag ist der Baui offene Anlaufstelle für die Größeren.Valeska Conze leitet seit sechs Jahren die offene Kinder- und Jugendarbeit hier, ihr Haus ist eigentlich für die 6- bis 14-Jährigen aus dem Quartier gedacht, doch auch die älteren Kids kommen noch gerne vorbei. "Für die etwas größeren ist es immer schwierig. Da gibt es wenig Plätze als Treffpunkt", sagt die engagierte Pädagogin. Deshalb gibt es bei ihr auch den Teenie-Abend für die größeren, ein- bis zweimal im Monat ist der Baui dann bis um 21 Uhr geöffnet. Ansonsten sind die Kinder - täglich kommen auch jetzt im Winter meist etwa 20 hierher - zwischen 15 und 18 Uhr willkommen, im Sommer bleibt das Gelände noch eine Stunde länger auf. Weil die Kinder in der Ganztagsschule länger gebunden sind, hat Conze die Anfangszeit auf 15 Uhr nach hinten verlegt. "Jetzt wird es ab vier Uhr richtig voll", sagt sie. Hier in Langenhorn wird noch wirklich gebaut: Die Hütten auf dem Gelände haben die Kinder mit den Pädagogen gemeinsam aufgestellt, in einem Sommercamp dann auch noch bunt und fröhlich bemalt. "Die Kinder kommen freiwillig her, Weil wir den jeden Tag mit den Kindern entwickeln, ist auch jeder Tag anders", dass macht Valeska Conze am meisten Spaß. Es gibt zwar auch ein festes Programm mit Fahrradwerkstatt am Montag, Basteln am Dienstag, der neuen Filmgruppe mittwochs, Donnerstag Fußball und Freitag Stockbrot am offenen Feuer. Doch das bietet nur den Rahmen für alles andere. So gefällt der 10-jährigen Celina vor allem das bauen und zeichnen hier, die 9-jährige Jolie kommt zu Go-Kart fahren und zum basteln her. Sandy, mit 13 schon eine der "Großen", ist ebenfalls Stammgast. "Einfach da sein", gefällt ihr, denn der Baui ist vor allem auch ein Anlaufpunkt, wenn der Tag von zu Hause nicht immer geplant wird. Eineinhalb feste Stellen und insgesamt 16 Honorarkräfte hat die Stadt als Träger hier eingesetzt. Auch Eltern nutzen den Baui - als Anlaufstelle für Sorgen und Fragen. "Deshalb haben wir einmal im Monat das Elterncafé", sagt Conze. Mit den Kindern wird auf dem weitläufigen Gelände weiter an Hütten gebaut, draußen Go-Kart gefahren oder einfach gespielt. "Dabei passiert hier ganz viel Bildung - aber informell", sagt Conze. Nebenbei lernen Kinder Statik beim Hüttenbau, Umgang mit Feuer oder Farben und den Einsatz digitaler Medien in der Filmgruppe. Doch der wichtigste Platz ist hier immer noch: draußen. Denn hier können die Kinder spielen, kreativ sein und sich frei, fast ohne Regeln bewegen. Auch bei schlechtem Wetter. Ein weitere Bauspielplatz in Langenhorn gibt es am Tweeltenmoor 11.
Seit sechs Jahren leitet Valeska Conze den Baui, neben der Kerngruppe der 6 bis 14-Jährigen hat sie auch Angebote für größere Teenies und Eltern. Foto Nowatzky
Dieser vom Verein ISUF getragene Platz ist an den Wochentagen immer von 14 bis 18 Uhr geöffnet.
Erschienen: Wochenblatt Langenhorn, Ausgabe 07 2016

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