Viel geschafft und noch viel vor

Neun Jahre Quartiersentwicklung Essener Straße

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn "Irgendwie wächst einem das ja doch ein bisschen ans Herz", bemerkt Rixa Gohde-Ahrens wehmütig. "Das" ist der Stadtteil rund um die Essener Straße in Langenhorn in dem sie rund neun Jahre als Quartiersentwicklerin tätig war. Ab jetzt soll es ohne diese Unterstützung weitergehen. Rund 7,5 Millionen Euro sind hier in den vergangenen Jahren vor allem in die Entwicklung der Außenbereiche geflossen. Zwei Drittel davon aus dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung kurz RISE der Stadt Hamburg. Auch die beiden großen Wohnungsunternehmen SAGA und fluwog nahmen für die Umgestaltung der Außenbereiche viel Geld in die Hand. "Eigentlich ist das Programm ein Investitionsprogramm", sagt die Quartiersentwicklerin. Wohnumfeld und öffentlicher Raum sind die sperrigen Behördenbegriffe für alle Bereiche zwischen den Wohnhäusern. Für grüne Spielbereiche, für Vorgärten oder auch für den Marktplatz. Und davon hat die Essener Straße viele. "Da gab es erhebliche Abnutzungserscheinungen", sagt Bezirkschef Harald Rösler, der in den vergangenen Jahren aus selbst zum Spaten griff, um die Entwicklung zu unterstützen. Um diese Flächen neu zu gestalten, sie als "erweiterten Wohnraum" wie Gohde-Ahrens sagt, attraktiv zu machen, braucht man vor allem eins - Menschen. So sieht es auch der Staatsrat für Stadtentwicklung und Wohnen, Matthias Kock: "Engagement und Identifizierung - das sind wichtige Bausteine der Stadtentwicklung." Er sei beeindruckt von der Vielfalt der Stadtentwicklung hier an der Landesgrenze. Mit der Unterstützung durch die Behörden haben die Bewohner und Institutionen in ihrem Stadtteil so die Funsportanlage geplant, den Abenteuerspielplatz wieder spannend gestaltet und einen Stadtteilgarten ins Leben gerufen. Zwischen den Häusern gibt es Brunnen, Sitzecken, Sträucher mit essbaren Früchten und Skulpturen. Neun Jahre Quartiersentwicklung nicht nur viele Baumaßnahmen gebracht, sondern vor allem auch viele Menschen zusammengebracht. Beispiele dafür: Die Bewegungsgruppen "Raus aus dem Haus", der Stadtteilberat, das Selbstlernzentrum oder der Stadtteilgarten. "Wir hätten uns so nie kennengelernt, und jetzt kennen und mögen wir uns", zieht Cornelia Hadeler eine gärtnerische Bilanz nach drei Jahren. Es gibt aber auch noch Baustellen, die in den neun Jahren nicht fertig wurden. Zwar wird der Marktplatz "in allerletzter Sekunde" wie Gohde-Ahrens sagt, jetzt auch umgestaltet, doch für die leer stehenden Ladenflächen gibt es noch kein Konzept. Schon beschlossen ist dagegen der Bau von seniorengerechten Wohnungen und der Umbau des Kulturhauses "ella". Auch die Idee, für alle Einrichtungen ein gemeinsames Dach zu finden, scheiterte an fehlenden Räumen und möglichen Betriebskosten. Ein symbolisches Dach gibt es jetzt dennoch. Mit einem gemeinsamen Logo, einer "Dachmarke" unter der Stadtteilverein, Stadtteilrat, Garten und weitere Aktivitäten mit gleichem Erscheinungsbild auftreten. Für 2016 steht für den Stadtteil weiter der Quartiersfond mit 10.000 Euro zur Verfügung, das verspricht auch Staatsrat Kock. Und er fordert auf: "Geben Sie nicht auf, nutzen Sie das."Dafür soll der Stadtteilverein künftig die Fäden in der Hand halten. Leben in Langenhorn, kurz LeiLa wird Anlaufstelle und Treffpunkt für ehrenamtliches Engagement.
V.l. Jutta Kirchhoff, Harald Rösler, Matthias Kock, Rixa Gohde Ahrens und Werner Hansen . Foto now
Auch der Stadtteilberat will weitermachen und zukünftig auch noch die Menschen auf der anderen Seite der Langenhorner Chaussee zum mitmachen gewinnen.
Erschienen: Wochenblatt Langenhorn, Ausgabe 04 2016

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