Gärtnern, Gestalten und Genießen

Spatenstich für Urban Gardening in Glashütte

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Seit vielen Jahren hat Timpe von Freyberg auf diesen Tag gewartet - endlich tut sich etwas auf der Fläche zwischen seinem Einfamilienhaus und dem Hochhaus an der Mittelstraße.
Detlev Scholz-Bradtberg, Timpe von Freyberg und Kerstin Zacher beim Spatenstich für die Anwohnerweise in Glashütte. Foto Nowatzky
Und der ehemalige Klempnermeister ist mit dabei. Die 5.200 Quadratmeter große Brachfläche ist Norderstedts erstes "Urban Gardening"-Projekt. Die Stadt hat das Grundstück, etwa halb so groß wie ein Sportplatz, für zehn Jahre gepachtet, jetzt sind die Anwohner dran. Sie dürfen die Fläche gestalten. Dem Aufruf von Detlev Scholz-Bradtberg und Kerstin Zacher sind bisher etwa 12 Anwohner gefolgt. Der Koordinator der offenen Kinder- und Jugendarbeit und die Geografin aus dem Amt für Natur und Landschaft begleiten die Gestaltung der Fläche und werben für aktive Mitarbeit. So hat Scholz-Bradtberg im Jugendtreffpunkt Atrium schon Wünsche abgefragt und Jugendliche zum selber anpacken motiviert. Ihr Favorit für die Fläche: Ein Grillplatz, am besten gleich mit einem Unterstand dabei. Außerdem wünscht sich der angrenzende Kindergarten eine Gartenfläche und auch eine Boulebahn können sich viele vorstellen. Peter Rudat war früher Bauingenieur. Er wohnt auch an der Mittelstraße und hat sich schon detailliert Gedanken gemacht, wie die Fläche aussehen könnte. Seine liebevoll gestalteten Zeichnungen illustrieren die Wünsche der Anwohner, besonders der Bau von Grill und Gemeinschaftshaus hat es Rudat angetan. "Das könnten Jugendliche selbst bauen. Ich würde auch gerne anleiten", sagt er. Darin hat er bereits Erfahrung, denn an einem früheren Wohnort hat er Jugendliche bei einem ähnlichen Projekt begleitet. Zunächst soll es jetzt mit dem Grillplatz losgehen. Von Freyberg und Rudat, derzeit die treibenden Kräfte der Anwohner, haben die ersten Markierungen auf die Fläche gesteckt und sich zum ersten Spatenstich mit den Stadtpaten getroffen. Die Stadt wird weiter bei den Planungen und beim Bau unterstützen, ein Budget für die Fläche gibt es allerdings nicht. Stadtsprecher Bernd-Olaf Struppek erklärt die Regeln: "Die Stadt stellt die Fläche - die Bürger können sie gestalten." Deshalb suchen die beiden engagierten älteren Herren auch Sponsoren für die benötigten Materialien. Die ersten hat Timpe von Freyberg bereits gefunden. "Die Werbegemeinschaft Glashütter Markt spendiert einen dänischen Tisch mit Bänken."
So könnte ein Teil der Wiese in Glashütte bald aussehen, wenn ganz viele Anwohner mit anfassen. Zeichnung Peter Rudat.Foto Nowatzky
Für Ideen, Anregungen, tatkräftige Mitarbeit und natürlich Spenden fungiert weiter der Stadtteilkoordinator als Ansprechpartner. Detlev Scholz-Bradtberg ist unter der Telefonnummer 5245341 erreichbar.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 53 2015

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