Lernen in Langenhorn

Herz-Stiftung vergibt erste Preise

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn Die einen lernen in ihrer Schülerfirma fürs Leben, die anderen wollen handwerklich aktiv werden und die dritten wollen sich Mut machen für die Zukunft - die drei Preisträger der ersten Initiative "Lernen in Langenhorn" der Joachim Herz Stiftung JHS.
Die Preisträger: Zwei Stadtteilschulen und eine KiTa im Auditorium der Joachim Herz Stiftung Foto Nowatzky
Im Fundament der ehemaligen Kaffeerösterei an der Langenhorner Chaussee vergab Jury- Vorsitzender Dr. Jörg Maxton-Küchenmeister dreimal 2.500 Euro für die Bildungsprojekte aus Langenhorn. Die Stiftung mit einem Stiftungsvermögen von 1,3 Milliarden Euro und Sitz in Langenhorn will damit zum ersten Mal direkt im Stadtteil Projekte unterstützen, die im Bereich Naturwissenschaften, Wirtschaft oder Persönlichkeitsbildung aktiv sind. Dabei ging der Preis bei dieser ersten Runde an drei öffentliche Bildungsträger. Mit dabei die Stadtteilschule Fritz-Schumacher, die schon zum zweiten Mal ein "Mut-Camp" vorbereitet. Juan Carlos, vor vier Jahren aus Spanien gekommen, war beim ersten Mal dabei und erzählt, warum das Projekt so wichtig ist. "Ich hab im Camp anderes Lernen gelernt, vorher war Lernen immer langweilig", sagt der 17-jährige. Noch vor einem Jahr hätte er sich nicht getraut, vor einer größeren Gruppe zu sprechen. Nach dem Mut-Camp spricht er bei der Preisverleihung - fast - ohne Lampenfieber vor dem Auditorium. Präsentationstechnicken, aber vor allem Zuversicht und Glauben an die eigenen Fähigkeiten will Natalie Rappert den Schülern ihrer Coaching-Klasse beibringen. "Vor den Prüfungen zum ersten Bildungsabschluss fehlt den Schülern ohne Deutsch als Muttersprache oft der Mut", erzählt sie. Weiteres preisgekröhntes Schulprojekt: Die Schülerfirma der Stadtteilschule Am Heidberg. Der 9. Jahrgang stellt Tablet- und Bücherstützen aus Holz her. Mit sechs Abteilungen wie Einkauf, Produktion oder Vertrieb agieren die Schüler ganz wie eine echte Firma. Vom Preisgeld möchten sie einen mobilen Verkaufsstand, am besten ein Lastenfahrrad, anschaffen. "Es ist toll, selbständig zu arbeiten und auch selbst die Aufgaben zu suchen", erzählen Enika, Melanie, Anna-Theresa und Özlem, die stellvertretend für ihre Klasse den Preis entgegennehmen. Und auch die drittenPreisträger wollen mit Holz arbeiten. Die KiTa Schritt für Schritt im Langenhorner Bürgerhaus will endlich nicht mehr nur mit Papier basteln. Statt dessen wollen die größeren der 60 KiTa-Kinder unter fachkundiger Anleitung Vogelhäuser bauen. Unter fachkundiger Anleitung sollen die an einer kindgerechten Werkbank entstehen. "Mich hat das tolle, vielschichtige Bildungsangebot in Langenhorn überrascht", sagt Dr. Maxton-Küchenmeister über die Bewerbungen. Ab sofort will die Stiftung bis zu drei Preise zweimal jährlich vergeben.
Juan Carlos hat das Mut-Camp besucht und traut sich jetzt auch vor vielen Menschen zu sprechen. Foto Nowatzky
Bewerbungsschluss ist immer im März und im Oktober, weitere Informationen unter www.joachim-herz-stiftung.de
Erschienen: Wochenblatt Langenhorn, Ausgabe 50 2015

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