Jedes Ehrenamt hat seine Zeit

25 Jahre DRK - Brigitte Aschmutat

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Mit einer Spielgruppe für Senioren fing für Brigitte Aschmutat alles an - das letzte von fünf Kindern der damals 50-jährigen war groß und sie suchte eine neue Aufgabe mit Menschen. Beim Deutschen Roten Kreuz DRK in Norderstedt fand die heute 75-jährige genau das passende Ehrenamt. Aus der einen Spielgruppe wurden mehrere, in Garstedt mit bis zu 40 Teilnehmern. Und als sie gefragt wurde, kandidierte Brigitte Aschmutat auch für einen Vorstandsposten. Ohne solch ein ehrenamtliches Engagement läuft beim DRK nichts. Über 300 Aktivitäten bietet der Ortverband mit gut 2700 Mitgliedern pro Monat an, 36.000 Besuche verzeichnete DRK-Vorstand Christoph von Hardenberg im vergangenen Jahr. Die Ehrenamtlichen geben Kleidung an Bedürftige aus, helfen als Berater im PCafé, besuchen einsame Menschen, Leiten Sport- und Gesundheitsgruppen, organisieren Spiele-Nachmittage oder richten das Buffet für die Blutspender. Die meisten Tätigkeiten erfordern zwei bis drei Stunden in der Woche. Christoph von Hardenberg hofft mit diesen kurzen Zeiten mehr Menschen für ehrenamtliche Tätigkeiten zu begeistern. 43 Ehrenamtliche Helfer sind länger als zehn Jahre aktiv, eine lange Verbundenheit wie bei Brigitte Aschmutat keine Seltenheit. Menschen wie sie wollen etwas bewegen, für und mit anderen. "Ich bin nicht der Golfspiel-Typ", sagt sie ganz trocken und auch ein Engagement in der Politik wäre nichts für sie gewesen. "Da hätte ich mich zu viel geärgert", schmunzelt sie. Ein Ehrenamt kommt allerdings selten allein, dass hat auch die 75-jährige schnell gemerkt. Aus der Spielegruppen-Leiterin wurde die Koordinatorin der Seniorenbetreuung, kurz danach begann sie mit der Organisation der jährlichen Ausfahrten für Menschen mit Behinderungen. "Da gab es viele unglaublich berührende Momente, und ich bin aufgeschlossener für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen geworden", erzählt Aschmutat etwas wehmütig. Denn in diesem Jahr hat sie die Organisation nach 23 Fahrten zum letzten Mal übernommen. "Alles hat seine Zeit", meint sie, und hat sich mit ihrem Mann Werner jetzt weitgehend aus organisatorischen Dingen zurückgezogen. Denn das Ehrenamt hatte nicht nur Brigitte fest im Griff. Kurz nach ihr trat auch Werner Aschmutat, damals noch voll im Beruf, mit ein, leitete ab 2001 für 12 Jahre die Norderstedter Ortsgruppe. So ganz verabschieden sich die beiden aber noch nicht vom Ehrenamt: Brigitte liest weiter für die Hörzeitung und unterstützt das Blutspende-Buffet.
Brigitte und Werner Aschmutat. Die Begegnungsstätte am Kielort im Hintergrund weihte die rührige Ehrenamtlerin selbst mit ein. Foto Nowatzky
Und für den 15. Dezember hat ihr Mann dann doch noch mal mit organisiert. "Kochen mit Flüchtlingen" lautet der Arbeitstitel für das neue Projekt.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 50 2015

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