Kommt nicht in die Tüte

Norderstedt will weg von der Plastiktüte

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt 76 Plastiktüten benutzt jeder Deutsche im Jahr - und wirft sie anschließen weg. Umgerechnet auf Norderstedt bedeutet das 5,7 Millionen Tüten im Jahr. Dem will der Umweltausschuss jetzt nach einem Antrag der Grünen den Kampf ansagen. Einstimmig beauftragten die Politiker die Verwaltung, in den kommenden sechs Monaten eine Kampagne zur Reduzierung des Plastikmülls zu erarbeiten und dem Ausschuss vorzustellen. Vorausgegangen war ein leidenschaftliches Plädoyer von Grünen-Politikerin Dagmar Feddern. Die 65-jährige ist begeistert von der Norderstedter Entwicklung zum Thema Nachhaltigkeit,, lobt ausdrücklich den "Dreiklang von Ökologie, Ökonomie und sozialer Gerechtigkeit", den vor allem das extra geschaffene Amt für Nachhaltiges Norderstedt unterstützt. Viele Projekte und auch Preise hat diese Arbeit der Stadt bereits eingebracht (das Wochenblatt berichtete). Auch Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote betont in letzter Zeit oft: "Nachhaltigkeit gehört nicht mehr in die Ökoecke sondern ist ein Standortfaktor auch für Unternehmen." Doch beim Plastikmüll passiert der ehemaligen Lehrerin Dagmar Feddern zu wenig. Passend zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung mit Start am 21. November brachte sie das Thema in den Umweltausschuss. "Allein 3,5 Millionen Tonnen Plastiktüten sind laut einer Studie des BAT Forschungsinstitutes aus Hamburg in den Weltmeeren. Und bei den Plastiktüten können wir ganz leicht etwas verändern", sagt sie. Schon der Gebrauch einer Mehrweg-Kunststofftasche ersetzt hunderte Einwegtüten, wie die Deutsche Umwelthilfe bekanntgibt. Außer den Tüten hat Feddern aber auch die Einweg-Verpackungen auf dem Radar. "Wo es möglich ist sollte man verpackungsfrei einzukaufen", wirbt sie. Und hat auch Ideen, mit welchen Aktionen das Thema unterstützt werden könnte. "An der Segeberger Chaussee entsteht gerade ein großer ökologisch gebauter Supermarkt. Vielleicht könnte man dort eine Ecke mit Verpackungsfreiem Einkauf für Schüttgut wie Reis oder Nudeln und für Obst und Gemüse einrichten", schlägt sie vor. Außerdem kann sie sich eine Nachhaltigkeitsmesse vorstellen. Das Norderstedter Betriebsamt ist auf jeden Fall schon auf der richtigen Spur.
Dagmar Feddern zeigt den Unterschied: In der rechten Hand wiederverwertbare Beutel, zum Beispiel von Hempels oder dem Herold Center. Einwegtüten wie in ihrer linken Hand möchte sie aus dem Stadtbild verbannen. Foto Nowatzky
Gemeinsam mit dem Gebrauchtkaufhaus Hempels begleitet es die europäische Woche zur Abfallvermeidung mit Aktionen und unterstütze auch im Ausschuss den Antrag der Grünen.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 48 2015

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