Norderstedt rettet - und jeder kann es

Info-Veranstaltung: Mehr Mut für Lebensretter

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Nicola Telkamp ist Rettungsärztin und gleichzeitig Oberärztin für Intensivmedizin am Albertinenkrankenhaus. Wenn sie mit dem Rettungswagen zu einem Notfall gerufen wird, ist sie manchmal entsetzt. Weil die Ersthelfer sich keine Herzmassage zutrauen, ist die Hilfe der Rettungsärztin nutzlos, wenn sie 15 Minuten nach einem Herzstillstand eintrifft. Sind die ersten Minuten ohne Hilfe verstrichen, stirbt der Patient. Mit der Veranstaltung "Norderstedt rettet" wollen DRK und Hausarztnetz Nord am Mittwoch, 25. November ab 18 Uhr gemeinsam Informationen rund ums Thema geben und auch ganz praktisch mit den Teilnehmern Wiederbelebung üben. Initiator Dr. Reinhardt Zahn: "Es gibt Lücken in der Rettung". Täglich sterben deutschlandweit 350 Menschen am plötzlichen Herzstillstand, Menschen die durch einfache mechanische Herzmassage gerettet werden könnten. Dabei ist die normale Rettungskette nicht schlecht, wie die Mediziner an diesem Tag auch zeigen wollen. Michael Ritt stellt das Hausnotrufsystem vor, mit dem vor allem ältere Menschen per Knopfdruck schnelle Hilfe rufen können. Guido Reisewitz erklärt, an wen sich Patienten auch außerhalb der Sprechstunden ihrer Ärzte wenden können und Arne Köster stellt den Rettungsdienst in Norderstedt vor. Doch die ersten Minuten sind oft entscheidend, die Minuten, bevor Arzt oder Rettungssanitäter eintreffen. Dr. Nicola Telkamp bringt einen ehemaligen Patienten mit, der durch die beherzte Hilfe seiner Frau und Tochter wiederbelebt wurde. Er erzählt, wie gut es ihm heute geht - weil er sofort reanimiert wurde. "Man kann nichts falschmachen", sagt die Rettungsärztin und wird an mehreren Plätzen mit den Teilnehmern die Reanimation üben. Ebenfalls zum Einsatz kommen dabei die Automatischen Externen Defibrilatoren, kurz AED. Die Geräte - eines davon ist auch direkt an der Information im Rathaus Norderstedt platziert - können auch von Laien ganz einfach bedient werden und so Leben retten. "Leider sind für Norderstedt aber nur ganz wenige Geräte im deutschlandweiten Kataster eingetragen", bedauert Zahn und hofft, mit seiner Veranstaltung auch einen Anstoß zu mehr Prävention zu geben. Foto Nowatzky
Dr. Reinhardt Zahn, Dr. Nicola Telkamp, Michael Ritt und Christoph von Hardenberg wollen mit "Norderstedt rettet" mehr Menschen zum Helfen ermutigen.
80 Plätze stehen am 25.11. im "Seminarhaus Am Buchenweg" zur Verfügung, Anmeldung möglichst unter 040-5231826. Übungsleiter bekommen für die Schulung 5 Lehreinheiten als Fortbildung anerkannt.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 47 2015

Mehr Texte finden Sie im Archiv