Neubau im Hinterhof

SAGA richtet Bauvorhaben mit 52 Wohnungen

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn 26 öffentlich geförderte Wohnungen entstehen an der Fibigerstraße, direkt an der Gabelung zur Weygandtstraße. Die SAGA, Hamburgs größter Vermieter, baut hier zwischen bestehenden Mehrfamilienhäusern eine sogenannte Lückenbebauung. Wo die Mieter seit fast 50 Jahren auf eine Grünfläche mit Bäumen blickten, entsteht nun der gut eingepasste Klinkerbau. Während Thomas Schmidt, kommissarischer Leiter der Langenhorner SAGA-Geschäftsstelle, das Richtfest für Bauabschnitt einläutet, ist der zweite Bauabschnitt hinter der Ladenzeile nur wenige Meter weiter westlich noch weiter zurück. Hier soll die zweite Hälfte der 52 geförderten Wohnungen entstehen. In beiden Gebäuden wird es vor allem zwei bis zweieinhalb Zimmer-Wohnungen für zwei Personen geben, insgesamt 36 Stück. Dazu kommen noch sechs 3-Zimmer-Wohnungen und zehn 3,5- bis 4-Zimmer-Wohnungen für größere Familien. Zum Sommer 2016 will die SAGA die ersten Wohnungen einzugsbereit bauen, Ende 2016 wird das zweite Gebäude fertiggestellt. Doch während Schmidt die Vorzüge der Nachverdichtung lobt, sind Teile der bisherigen Anwohner gar nicht begeistert. "Das bringt uns nur Nachteile", murrt eine Anwohnerin. Für sie und ihre Nachbarn ist der neue Bau ein Ärgernis, knappe zwölf Meter vor ihren Balkonen und Wohnzimmerfenstern entsteht jetzt der dreigeschossige Bau. Die Jalousien vieler Wohnungen sind zugezogen. Im Moment nur gegen den Einblick der Bauarbeiter, später dann wegen der unmittelbar gegenüberliegenden Fenster der neuen Nachbarn.
Die Mieter der Bestandswohnungen haben die Schotten dichtgemacht: Zu nah ist ihnen die Baustelle und auch das neue Gebäude mit Blick auf ihre Balkons. Foto Nowatzky
"Wir sitzen da jetzt auf dem Präsentierteller", meint auch Solveig Grützner. Sie hat überlegt, ob sie nach über 40 Jahren noch einmal die Wohnung wechselt, doch für ihre günstige Miete würde sie keine vergleichbar große neue Wohnung bekommen. "Lückenbebauung ist immer mit Nachteilen verbunden", sagt auch Thorsten Schmidt, verweist aber auf die 1000 Wohnungen, die seine Gesellschaft jährlich bauen will und sieht die Lage hier unkritisch. "Es gab wenig Anwohnerbeschwerden." Im Gegenteil, im Vergleich zu anderen Stadtteilen habe Langenhorn noch Potential für die kommenden Jahre. Spekulationen, die Ladenzeile vor dem zweiten Bauabschnitt müsse später auch noch einem Neubau weichen, erteilte er eine Absage. Anwohner sehen die neuen Häuser aus einem weiteren Grund kritisch: Im Zuge der Hamburger Bauordnung wird es keine zusätzlichen Parkplätze für die 52 neuen Wohnungen geben. Dabei sind Parkplätze bereits heute knapp, seit der P + R-Parkplatz am Kiwittsmoor zu einem Flüchtlingsheim umfunktioniert wurde. Viele Pendler - Kennzeichen aus Pinneberg oder Bramstedt sind keine Seltenheit am Straßenrand - nutzen seitdem die Straßenparkplätze. Doch auch hier sieht der Bauherr keine Probleme.
Das neue Gebäude entsteht auf der ehemaligen Grünfläche zwischen den fast 50 Jahre alten Mehrfamilienhäusern der SAGA, direkt an den Ecke Weygandtstraße/Fibigerstraße. Foto Nowatzky
"Parkplätze gibt es hier genug", meint Schmidt. Statt dessen werde es Fahrradstellplätze bei den Neubauten geben.
Erschienen: Wochenblatt Langenhorn, Ausgabe 46 2015

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