Über 50 Jahre Mieter bei Plambeck

Feier im treuesten Mietern

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Günter Jeschke ist ein treuer Mensch: Seit 59 Jahren ist der 80-jährige mit seiner Frau Ingrid verheiratet und seit über 50 Jahren wohnt er in einer Wohnung des ältesten Wohnungsunternehmens Norderstedts. Für die langjährige Treue lud das Wohnungsunternehmen Plambeck jetzt zehn Mieter zu einer Feier in die Kneipe am Feuerwehrmuseum. Mit dabei: Günter und Ingrid Jeschke. Sechs Mieter aus Norderstedt und je zwei aus Hamburg und Ellerau trafen sich gemeinsam mit der Unternehmerfamilie, auch um über alte Zeiten zu reden. "Julia Plambeck hat mich gefragt: Was haben Sie denn mit meinem Vater Horst zusammen ausgefressen?", erzählt Günter. "Ich hab aber nichts verraten." Der ehemalige Flüchtling aus Pommern ist dem Unternehmen neben der Wohnung schon viel länger verbunden. Sein Vater arbeitete auf dem Bauhof in der Ochsenzoller Straße und auch Günter startete seinen Berufsweg 1950 hier, kennt die Unternehmerfamilie deshalb nicht nur als Vermieter. Ihm hat es gleich gefallen, als er mit Eltern und Brüdern nach Garstedt zog. Bei der Eintracht spielte er Handball, später legte er gemeinsam mit Edmund Plambeck die Gehwegplatten beim Sportlerheim. "Welcher Chef macht das schon?", erinnert er sich mit Begeisterung. Die Wohnung in der Ochsenzoller Straße gegenüber der Feuerwehr bezogen Günter und Ingrid 1963, später zogen sie in die Buchentwiete - mit vier Kindern war die erste gemeinsame Wohnung zu klein geworden. Und auch als die Kinder aus dem Haus waren, blieben sie dem Wohnungsunternehmen treu, wechselten in eine kleinere Wohnung im Buckhörner Moor. Dabei gefiel Ingrid das kleine Garstedt erst gar nicht. "Hier war alles so leer", sagt die 79-jährige, die als Stadtkind mit der dörflichen Weite in den 50ger Jahren so gar nichts anfangen konnte. Für alle Wege musste sie mit den Kindern aufs Fahrrad zurückgreifen, in Hamburg war sie Bus und Bahn gewohnt.
Ingrid und Günter Jeschke, nach über 50 Jahren in ihrer dritten Plambeck-Wohnung.
Dafür lebt sie heute, nach über 50 Jahren, sehr gerne hier. "Jetzt ist es eine Stadt", sagt sie. Und Günter ergänzt: "Hier gibt es genug Möglichkeiten. Man muss sie nur ausnutzen."
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 42 2015

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