Integration mit Zirkusluft

Kulturausschuss ebnet Weg für Zirkusprojekt 2016

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Zirkus als Integrationsprojekt - eine bestechende Idee, wie Rüdiger George, Leiter der Musikschule und Vorstandsmitglied der Kulturstiftung Norderstedt meint: "Zirkus war immer schon international." Für das gerade vom Kulturausschuss gebilligte Projekt "Noba-Kulturzirkus" im kommenden Jahr will er neben der eigentlichen Zirkuszeit vom 11. bis 24. Juli das erste Halbjahr 2016 nutzen, um Kinder unterschiedlicher Herkunft in einer Zirkusschule zu unterrichten. Schuldirektor wird Abdeslam Kourchi. Früher ist der 46-jährige ehemalige Artist selber mit seiner Nummer durch die Zirkuswelt gereist. Der gebürtige Marokkaner sagt: "Ich bin mit Russen, Amerikanern, Polen und Chinesen aufgetreten. Beim Zirkus war die unterschiedliche Herkunft nie ein Problem."
Abdeslam Kourchi zeigt in der Flüchtlingsunterkunft Fadenstannen den Kindern, welche Übungen die Artisten der Zirkusschule machen werden. Foto Nowatzky
Das Zirkusprojekt soll auf vier Säulen gestellt werden: Ein umfangreiches Bildungs- und Begleitprogramm mit der Zirkusschule als Mittelpunkt im ersten Halbjahr 2016. Dazu während der zweiwöchigen Zirkuszeit im Stadtpark Angebote für Kinder in Kooperation mit der Klasse im Grünen als etabliertem Anbieter im Stadtpark. Vom 11. bis 24. Juli will George das Zirkuszelt Donnerstag- bis Sonntagabend mit unterschiedlichen Shows und Kulturveranstaltungen füllen. Als Höhepunkt ist eine Zirkusgala geplant, bei der auch Vereine oder Kulturträger ihren Beitrag zum Thema Zirkus präsentieren. An den restlichen Abenden steht das Zelt, von der Norderstedter Bank für diese zwei Wochen finanziert, als Mietobjekt für besondere Veranstaltungen zur Verfügung. Vor dem Ausschuss präsentierte George auch, wie die Kosten für das umfangreiche Projekt hereinkommen sollen: Die Kurse sollen sich mit Gebühren selbst tragen und für die Shows soll es moderate Eintrittspreise geben. Für die Kursgebühren für Flüchtlingskinder gibt es bereits Spendenzusagen vom Rotaryclub. Dazu wird die Hälfte der Tombola-Einnahmen vom diesjährigen Opernball in das Projekt fließen. Der Kulturausschuss will jeweils 10.000 Euro in den Haushalt der Stadt für 2015 und 2016 einstellen, um den Integrationsgedanken zu unterstützen. Den Auftakt wird ein Plakatwettbewerb für Kinder machen, die Artistenschule für Kinder zwischen 6 und 11 und 12 und 17 Jahren soll im Februar beginnen. Neben den üblichen Kurshinweisen der Musikschule soll dieses Angebot besonders beworben werden. Susanne Martin vom Willkommen-Team: "In den DAZ-Kursen und direkt in den Flüchtlingsunterkünften werden wir Kinder ansprechen. Und dann brauchen wir Menschen, die die Kinder und Jugendlichen dort an die Hand nehmen und zum mitmachen überzeugen." Spannend soll es für alle zukünftigen Zirkuskinder werden. Abdeslam Kourchi will je nach Talent mit seinen Schülern Handstand und Radschläge üben, menschliche Pyramiden bauen, Jonglieren oder Hula Hoop üben und auch Clowns ausbilden.
Rüdiger George, Leiter der Musikschule, will mit Zirkusluft Menschen aller Kulturen zusammenbringen. Foto Nowatzky
Präsentiert wird das Ergebnis im Juli im großen Zirkuszelt. "Doch bis dahin müssen alle viel üben", sagt Artist und Schuldirektor Kourchi.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 41 2015

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