Entschleunigter Erdkampsweg im Gespräch

Pläne zum Umbau vorgestellt

Von Stefanie Nowatzky
Fuhlsbüttel Der Saal im Landhaus Fuhlsbüttel musste kurzerhand umgebaut werden, so groß war der Andrang zur dritten Informationsveranstaltung zum Umbau Erdkampsweg. Zum ersten Mal waren auch die Grundbesitzer eingeladen, seit einem Jahr ist das Bezirksamt bereits mit dem Gewerbebund Alstertal zum Umbau der öffentlichen Flächen vom Knoten Hummelsbüttel bis zum Wacholderweg im Gespräch. Über 60 Interessierte führten eine zum Teil hitzige Debatte über die Verlagerung der Radwege auf die Straße, die Verbreiterung der Fußwege und die damit verbundene schmalere Straßenführung. Der Planung war eine Untersuchung der Studenten der Hafencity Universität vorausgegangen, die dem Erdkampsweg geringe Aufenthaltsqualität bescheinigt hatte. Unaufgeräumt und unansehnlich war die Meinung der Studenten bei einem Vergleich mit der Einkaufsstraße Frohmestraße. Bezirksamtsleiter Harald Rösler sprang selbst in die Bütt, um für die Umgestaltung zu werben. "Uns schwebt etwas ähnliches wie an der Tangstedter Landstraße vor, schauen Sie sich das doch mal an", lud er ein. Das Konzept vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer LSBG sieht eine Verlangsamung des Verkehrs vor. "Entschleunigung", erklärte Planerin Ilona Putzmann, LSBG. "Das Ziel ist eine schöne Einkaufsstraße." Dazu soll auch der Belag der öffentlichen und auch nichtöffentlichen Fußwege mit einem granitfarbenen Stein gestaltet werden. Für beide Bereiche übernimmt die Stadt die Kosten. Vor allem die von Reinhart Bartsch, Leiter des Tiefbauamtes Nord, vorgetragene erhöhte Sicherheit auf Radfahrstreifen und Schutzstreifen auf der Straße traf auf Widerspruch. Anwohner befürchten parkende Lieferwagen und Unsicherheit vor allem für radelnde Kinder auf dem Schulweg. Dagegen stellte Bartsch die aktuellen Untersuchungen und die bereits gängige Praxis in anderen Städten. Auch Torsten Lager, Vorsitzender des Gewerbebundes und selbst Radfahrer, unterstützt die Pläne: "Auch als Radfahrer ist der Streifen sicherer als zugeparkte Radwege heute." Änderungswünsche bei der Detailplanung nahmen die Planer im Anschluss der Veranstaltung noch entgegen. "Das waren noch wertvolle Gespräche", so Ilona Putzmann. Ab dem 9. September soll es losgehen, die Bauarbeiten werden an den Umbau des Knotens Hummelsbüttler Landstraße ab August angehängt. Bereits vorher soll es eine Umleitungsempfehlung auf den Internetseiten der Stadt geben. Sollte alles gut laufen, kann der Verkehr ab Ende Oktober wieder fließen - für alle Verkehrsteilnehmer, ob Autos, Radfahrer oder Fußgänger.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 21 2014