Norderstedter Spitze im Mülltrennen

Restmüll "sauberer" geworden

Von Stefanie Nowatzky
Fuhlsbüttel Die Norderstedter trennen immer besser - das hat eine Analyse des Hausmülls ergeben, die Studenten der Technischen Uni Harburg für das Norderstedter Betriebsamt durchführten. Werner Kurzewitz, stellvertretender Leiter Betriebsamt Norderstedt lobt die Norderstedter. Gegenüber 2012, als er das erste Mal den Inhalt der Tonnen überprüfen ließ, ist der Restmüll um mehr als zehn Prozent auf jetzt 10.728 Tonnen im Jahr 2014 gesunken und es ist weniger in den Tonnen, was dort nicht reingehört. "Die Norderstedter trennen ihren Müll viel, viel besser als vor drei Jahren", sagt er. Und: "Wer richtig trennt, spart Geld und schont die Umwelt." Das Amt bietet deshalb auch besonders kleine Mülltonnen mit nur 40 Litern an, die nur 4-Wöchentlich geleert werden. Kostenpunkt: 2,30 Euro/Monat. Eine normalgroße Tonne mit 120 Litern im üblichen 14-tägigen Rhythmus kostet dagegen 10,85 Euro/Monat. Kurzewitz ist vor allem begeistert, dass der Anteil an kompostierbarem Abfall in der Restmülltonne jetzt unter 30 Prozent liegt und damit laut Kurzewitz weit unter dem Bundesdurchschnitt. Ebenfalls rückläufig ist der Anteil an Kunststoffen. Seit 2014 werden in Norderstedt - bundesweit einzigartig - in der gelben Tonne auch Kunststoffe und Metalle eingesammelt, die nicht den grünen Punkt als Umverpackung tragen. Das entlastet die Restmüllmenge spürbar. Statt 1.170 Tonnen landeten nur noch 848 Tonnen im Restmüll. Sorgen macht ihm und Frank Dreyer, Projektleiter im Betriebsamt, allerdings der Glasabfall. "Wir haben 19 Wertstoffinseln in der Stadt, mit den Glassammlern auf Privatgrund wie Supermarkt-Parkplätzen sogar 27", sagt Dreyer. Trotzdem landeten 2014 13 Prozent mehr Glasabfälle in den Restmülltonnen: 955 Tonnen gegenüber 1640 Tonnen in den Sammelbehältern. Zum Vergleich: Eine 1-Lieter-Seltersflasche wiegt etwa 600 Gramm. Fast 160.000 Flaschen dieser Größe landeten 2014 im Hausmüll statt in den aufgestellten Containern. Dreyer: "Wir wollen die Entsorgung ausweiten." Ab 2016 wird ein neuer Entsorgungsbetrieb den Glasmüll abholen, das Betriebsamt prüft bereits neue Standorte. Doch das ist laut Dreyer nicht so leicht, da die Abholung von Glasmüll vor allem eines ist: Laut. Eine Konsequenz aus der Müllanalyse hat das Betriebsamt bereits umgesetzt: Für Textilien verteilte die Stadt spezielle Säcke, in denen saubere und neuwertige Kleidung zu Hempels gebracht werden kann. Alle anderen sauberen Kleidungsstücke sollten in die Sammelbehälter an einer der 19 Wertstoffinseln entsorgt werden.
Werner Kurzewitz und Frank Dreyer (v.l.) sind zufrieden mit der Mülltrennung in Norderstedt. Nur der Glasmüll macht dem Betriebsamt noch sorgen. Foto Nowatzky
Was nicht mehr an Second-Hand-Läden oder im Ausland nutzbar ist, wird zu Putzlappen oder Dämmmaterial für Autos umgewandelt.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 39 2015

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