Mehr Digitalisierung für Europa

EU-Kommissar Oettinger will mehr Datensicherheit und schnellere Netze

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Günther H. Oettinger, Deutschlands EU-Kommissar, besuchte in der vergangenen Woche Norderstedt und warb beim Treffen mit der Landesgruppe der CDU für eine Digitale Union in Europa. "Wir erleben eine digitale Revolution", so der Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft. Weil die USA technisch weit voraus seien will Oettinger eine abgestimmte Strategie der europäischen Mitgliedsländer vorantreiben. Die soll auch die Kommunen vor Ort einschließen. Die schleswig-holsteinische CDU mit ihrem Landesvorsitzenden Ingbert Liebing und Dr. Ole Schröder, Staatssekretär im Innenministerium, hatte als Tagungsort die Stadtwerke Norderstedt mit ihrer Tochter wilhelm tel ausgesucht. "Wegen der Dynamik, die wilhelm.tel vorgibt", wie Schröder betonte. Besonders im Bereich Digitalisierung hatte das stadteigene Unternehmen mit der Einführung sogenannter "Smart-Meter" (das Wochenblatt berichtete) vor kurzem mehr Informationen für die Verbraucher über den eigenen Stromverbrauch angestoßen. Im Gespräch mit Günther H. Oettinger ging es neben der europäischen Strategie zur Digitalunion auch um mögliche Fördermittel.
Stadtwerke Geschäftsführer Theo Weirich mit seinen Gästen Dr. Ole Schröder, Günther H. Oettinger und Ingbert Liebing (v.l.). Foto Nowatzky
Sowohl von der EU als auch von der Bundesregierung gebe Mittel, etwa in Kürze zwei Milliarden Euro für den Breitbandausbau, um auch im ländlichen Bereich eine bessere Anbindung an das digitale Netz zu erreichen. "Wenn die Volksbanken und Sparkassen nicht mehr zu finden sind, muss auch Onlinebanking auf dem Dorf möglich sein", so Oettinger. Gerade hier ist der Standort Norderstedt eine Besonderheit im nördlichsten Bundesland, die Stadtwerke-Tochter Wilhelm.tel stattete die Stadt schon vor Jahren nahezu flächendeckend mit einem zukunftsfähigen Glasfasernetz aus. Zudem ist die Stadt eine von acht Modell-Kommunen beim Thema E-Government. Bessere digitale Kommunikation mit Bürgern und Betrieben ist hier das Ziel. So wertete Norderstedts Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote auch den Besuch des EU-Kommissars in seiner Stadt als positives Zeichen für die Entwicklung Norderstedts. Weil Norderstedt bei modernen Entwicklungen mit dabei sei, steige der Bekanntheitsgrad und auch die Möglichkeit, Förderungen für weitere Projekte zu bekommen.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 36 2015

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