Freiwillig ökologisch engagiert

Weltladen hat neue Unterstützung

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Laura Ecks ist 20, frisch graduierte Abiturientin und einzige FÖJ-lerin in Norderstedt. Das Freiwillige Ökologische Jahr FÖJ wird bei 100 Institutionen in Schleswig-Holstein über den Träger FÖJ Koppelsberg angeboten. Junge Leute von 16 bis 27 haben die Chance, sich ein Jahr im Umweltbereich zu engagieren. Dazu kommen noch einmal 40 Stellen beim FÖJ Wattenmeer. Im Kreis Segeberg gibt nur drei Positionen: Im Jugendwaldheim Hartenholm, der Noctalis-Welt der Fledermäuse in Bad Segeberg und beim Verein "Eine Welt für alle" in Norderstedt, wo Laura Ecks ihre 12 Monate verbringen wird. "Das ist perfekt, hier kann man selbst den ökologischen Fußabdruck verändern", schwärmt die junge Frau, die während ihrer Oberstufenzeit immer etwas neidisch zu den Mitschülern im Bio-Profil schaute. "Die haben dort so tolle Klimaprojekte gemacht, dass hat mich fasziniert." Doch statt das Profil zu wechseln, erkundigte sie sich nach anderen Möglichkeiten, der Ökologie näher zu kommen. Da kam der Vorschlag des Jobcenters zu einem Freiwilligen Ökologischen Jahr gerade recht. Im Eine Welt Laden ist Laura bereits die vierte FÖJlerin.
Im Weltladen hat FÖJlerin Laura Ecks schon ein Lieblingsprodukt: Schalen aus Kokosnüssen. Foto Nowatzky
Franz Maletzke, Vorsitzender des Vereins, erzählt, was die 20-jährige hier erwartet: "Laura wird nach der Einarbeitung gemeinsam mit mir oder Gunter Warnecke Gruppen über Nachhaltigkeit und Fairen Handel informieren", sagt er. Denn mit mehr als 25 Gruppen im Jahr stellt dies ein wichtiges Standbein des Vereins dar. Dazu soll die FÖJlerin Veranstaltungen mit vorbereiten und durchführen, Büroarbeit übernehmen und für die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Laden einen festen Anlaufpunkt bieten. Vor allem aber soll Laura jungen Schwung in die Vereinsarbeit bringen. Zum Beispiel mit einem facebook-Auftritt, den bislang weder Verein noch Laden haben. "Ich möchte meine Altersgruppe mit ins ökologische Boot ziehen", erklärt Laura selbstbewusst. Für ihre Tätigkeit bekommt sie von Koppelsberg als Träger knapp 400 Euro im Monat, das FÖJ-Projekt mit Vergütung und mehreren Seminaren für alle FÖJler im Bundesland finanziert Schleswig-Holsteins Landesregierung. Für den Verein bedeutet Lauras Tätigkeit eine zusätzliche Hilfe im Alltag, dazu neue Ideen für Laden und Veranstaltungen. "Ich hoffe, dass sie uns hilft, etwas jünger zu werden", schmunzelt Maletzke. Laura selbst möchte mit der oft eigenständigen Arbeit ihre eigene Selbständigkeit ausbauen und vielleicht eine Idee für einen Beruf im Bereich der Ökologie finden. Dabei ist die Stelle für sie ein Glücksgriff, denn auf die rund 150 Stellen bewerben sich jedes Jahr über 800 junge Leute.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 35 2015

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