Olympia als Chance für weniger Fluglärm

Grüne und Grote wollen Diskussion über Olympia als Türöffner nutzen

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Während die Bürgerinitiativen gerade in neuer Einigkeit ein Flugverbot für den Hamburger Flughafen ab 22 Uhr fordern, schlägt Norderstedts Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote mit Unterstützung des Grünen Umweltministers Dr. Robert Habeck einen anderen Kurs ein. Statt Forderungen wollen Schleswig-Holsteins Minister Habeck, die Grüne Fraktionsvorsitzende Eka von Kalben und Grote das Thema Fluglärm mit einem Maßnahmenpaket rund um die Olympia-Bewerbung der Hansestadt verknüpfen. "Lärm ist gesundheitsschädlich, deshalb ist es wichtig voranzukommen", so von Kalben beim Dreier-Gespräch in Norderstedt. Dabei setzen die drei auf eine gemeinsame Lösung mit Hamburg. Ein Ziel: Besserei Einhaltung des Nachtflugverbotes und Reduzierung der späten Flüge. "Ich habe verstanden: Die Hauptdrängnis ist das Ausfransen der Randzeiten", so Habeck. Er will das Großereignis Olympia als Chance für gemeinsame Anstrengungen mit Hamburg zur Eindämmung des Fluglärms nutzen. Um den Andrang von Sportlern und Besuchern 2024 zu bewältigen, müssten die Bundesländer ohnehin gemeinsame Lösungen finden. Und Habeck will nicht "aus Versehen in die völlige Aufhebung des Nachtflugverbotes für Olympia reinstolpern."
Hans-Joachim Grote, Eka von Kalben und Umweltminister Dr. Robert Habeck vor der Norderstedter Lärmschutzkarte. Foto Nowatzky
Die Diskussion um gerechtere Verteilung des Fluglärms sehen Norderstedts Verwaltungschef und seine Gäste nicht als geeignete Richtung an. "Wenn wir abgeben muss ein anderer freiwillig annehmen - eine flammende politische Rede über die Ungerechtigkeit hilft dabei nicht", so Grote. Statt dessen setzt er auf eine Politik der kleinen Schritte: ein rollierendes fluglärmfreies Wochenenden pro Bahn und Monat und weniger Starts und Landungen kurz vor Ende des Flugverbotes zu genehmigen. "Da sind verspätete Flüge vorprogrammiert", so Habeck. Er erwartet, dass in der Diskussion über die Verkehrsbewältigung für Olympia auch schon Lösungen gefunden werden, die früher umgesetzt werden können. Und setzt auf den "positiven Spirit", den solch ein Großereignis auch für Problemdiskussionen mit sich bringe. Eka von Kalben will die Diskussion mit ihrem Amtskollegen in Hamburg aufnehmen: "Zu einem nachhaltigen Olympia-Konzept gehört auch ein Konzept, wie der Verkehr intelligent abgewickelt wird." Auch Robert Habeck will mit dem Hamburger Umweltsenator Jens Kersten das Thema vorbereiten. "Lärm wird als umweltpolitisches Thema am ehesten unterschätzt, das muss sich ändern", sagt er.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 35 2015

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