Schokolade und Entscheidungen in Norderstedt

Stollwerk kommt im Frühjahr 2016

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Die ersten Mitarbeiter aus Köln sind schon da - bei Pralinenhersteller Stollwerck im Gewerbegebiet Oststraße herrscht Aufbruchstimmung. Statt Angst um den eigenen Standort wie noch im Jahr 2012 werden jetzt die schon seit mehreren Jahren leer stehenden Flächen im Verwaltungsgebäude für die neuen Kollegen hergerichtet.
Im Verwaltungsgebäude von Stollwerck in Norderstedt gibt es noch viel Platz. Foto Nowatzky
Die Zentrale des Traditionsunternehmens zieht - mit etwas Verspätung - vom Rhein ins Gewerbegebiet im Norden der Stadt. Eine neue Telefonanlage wurde bereits installiert und während aktuell noch Gespräche in Köln laufen, haben einige Mitarbeiter schon ihre Fühler zum neuen Standort der Zentrale des Schokoladenherstellers ausgestreckt. Zum 1.April 2016 soll der Umzug komplett sein, aber Jan Zuther, Leiter Marketing und Öffentlichkeit und zurzeit noch in Köln angesiedelt, glaubt nicht, dass alle 130 Kölner Kollegen sich für den Umzug in den Norden entscheiden werden. Ob es daher neue Arbeitsplätze in Norderstedt geben wird, entscheidet sich erst in den kommenden Wochen. Stollwerck gehört seit 2011 zur belgischen Baronie-Gruppe. In Köln war nur noch die Zentrale angesiedelt, per 31. März soll der Standort dort nach 175 Jahren endgültig geschlossen werden. Alle Abteilungen nach Norderstedt verlagert, damit wird es die Abteilungen Finanzen, Marketing, Produktentwicklung, Zentraleinkauf, Vertriebsinnendienst und Kundenservice neu in Norderstedt geben. Im Werk am Stammgleis arbeiten derzeit 168 Stammmitarbeiter, stellen über 70 Sorten Pralinen unter den bekannten Namen Sarotti oder Alpia und vor allem als Handelsmarken für internationale Kunden her. Zusätzlich hat Produktionsleiter Karsten Siegert derzeit noch rund 70 Saisonmitarbeiter beschäftigt. Er freut sich auf die Kollegen aus Köln, hat aber auch schon gehört, dass viele Kollegen aus persönlichen Gründen ihrer Firma nicht in den Norden folgen werden.
Über 70 Sorten Pralinen werden in Norderstedt hergestellt. Foto Nowatzky
Für die, die kommen, hat er bereits die Büromöbel bestellt und auch schon erste Arbeitsplätze vorbereitet. Mit wie vielen Arbeitsplätzen Stollwerck ab 1. April in die Norderstedter Zukunft startet, ist derzeit noch offen. 130 mehr als heute werden es aber nicht sein, denn das Konzernunternehmen will nicht alle durch Umzug vakanten Stellen wieder besetzen.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 35 2015

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