Danke ans Ehrenamt und andere Ideen

Bürgerhaushalt 2016/17 brachte 286 Vorschläge

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt In den kommenden Wochen bekommt Norderstedts Hauptausschuss viel zu tun. Wenn das politische Gremium nach der Sommerpause das erste Mal wieder zusammentritt, wird die Stadtverwaltung ihm die 51 am besten bewerteten Vorschläge für den Bürgerhaushalt 2016/17 vorlegen. Die Stadt hatte im Juni und Juli ihre Bürger aufgefordert, Vorschläge abzugeben, zu kommentieren und zu bewerten. 286 Vorschläge und damit 23 weniger als für den vergangenen Haushalt, gingen online ein. Mitgemacht haben 552 Bürger, immerhin 100 mehr als im vergangenen Jahr. Eine Änderung führt Fabian Schüttler, Stadt Norderstedt, auf das geänderte Verfahren zur Bewertung zurück. Zum ersten Mal konnten Vorschläge mit nur einem Klick bewertet werden: "Wir haben über 53.000 Bewertungen für die Vorschläge. 2013 waren es nur knapp 19.000." Die 51 am besten bewerteten Vorschläge werden derzeit von den Fachämtern der Stadt begutachtet, zu jedem soll eine Stellungnahme auf die Homepage der Stadt eingestellt werden, ab Herbst gehen die Vorschläge dann in die politischen Ausschüsse zur Entscheidung. Dabei bekommt der Hauptausschuss viel zu tun, allein sechs der Top-10-Vorschläge werden hier beraten werden müssen. So die Nummer Eins: Ein dickes Danke an die Feuerwehr, alle Ehrenamtler und sozial engagierte Menschen. Gleich dahinter kam ein konkreterer Vorschlag: Aufstellung von Video-Überwachung am Schulzentrum Süd. Damit will "penny", wie sich die Vorschlagende im Portal nannte, illegalen Sperrmüll dort verhindern.
Fabian Schüttler hat sich die Vorschläge des Bürgerhaushaltes schon genau angesehen. Jetzt nehmen die Fachämter Stellung. Foto Nowatzky
Insgesamt gab es weniger konkrete Wünsche zum Straßenverkehr als noch im vergangenen Jahr, trotzdem schafften es gleich zwei Vorschlage unter die ersten 10: Schlaglöcher schneller beseitigen und den Schilderwald abbauen. Auf Platz 5: Finanzen der Stadtwerke veröffentlichen gefolgt von täglich frisch zubereitetem Schulessen, erhöhter Polizeipräsenz und der Erhaltung vorhandener Knicks und Wälder. 198 Bewertungen erhielt der Vorschlag, mehr Kontrollen und hohe Strafen für liegengelassene Hunde-Haufen einzuführen und schaffte es damit auf Platz 9 vor der Einrichtung eines sauberen, barrierefreien öffentlichen WCs am U-Bahnhof Norderstedt-Mitte. Fabian Schüttler: "Alle Vorschläge sind so konkret, dass wir sie direkt in die Ämter und dann in die Ausschüsse weiterschicken können. Für den Verwaltungsmann steht fest: Die Befragung war erfolgreich. Auch wenn einige Vorschläge gar keine Vorschläge im engeren Sinne waren, wie die Wunsch, dass die Vorschläge auch umgesetzt würden. "Vielleicht müssen wir darüber nachdenken, ob es eventuell ein Forum für Sorgen und Wünsche geben muss. Der Blick von außerhalb der Verwaltung sei auf jeden Fall immer mal wieder wichtig, findet Schüttler, der auch selbst in Norderstedt wohnt.
Dieser Vorschlag wird in den kommenden Tagen umgesetzt: Hund-Kot-Beutel an der Rathausallee. Foto Nowatzy
Ein Vorschlag wird bereits jetzt umgesetzt: Auf Rang 42 landete die Idee, Boxen mit Hundekottüten an der Rathausallee aufzustellen. Die will das Betriebsamt jetzt ganz kurzfristig anbringen.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 34 2015