Originelle Bewerbungen für alte Obstsorten gesucht

IKUS spendet Bäume und sucht Pflanzer "mit Herzblut"

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Sie heißen "Altländer Pfannkuchen", "Deutscher Goldpepping" oder auch "Juwel von Kirchwerder" - Alte Apfelsorten, meist aromatisch, aber eben nicht für den Massenverkauf im Supermarkt geeignet. Der Initiativkreis Ulzburger Straße, kurz IKUS, möchte 100 Obstbäume in Norderstedt und Umgebung verschenken, um den alten Sorten wieder einen Platz zu geben und auch um "Kindern zu zeigen, wie wächst eigentlich ein Apfel", wie Projektleiterin Susanne Schneider von Lüdemann Pflanzen und Floristik sagt. Sie sucht die originellsten Bewerbungen: "Familien, Vereine, Schulen oder Nachbarn - jeder kann sich bewerben. Ich möchte in der Bewerbung sehen, dass jemand mit viel Herzblut so einen Baum hegen möchte." Außerdem sucht der Initiativkreis gerade gemeinsam mit der Stadt nach einer Fläche, auf der zusätzlich eine Obstbaumwiese entstehen kann. Die Aktion ist eingebunden in das Norderstedter Projekt Wanderstühle, mit dem besondere Umweltaktionen und nachhaltige Projekte gefördert werden. Neun Projekte beantragten bisher die von Norderstedter Jugendlichen bemalten Stühle, um damit für ihre nachhaltigen Projekte zu werben, zum Beispiel das Kinder Haus Christiane Leege mit dem Projekt "Ich mag Müll", das DRK-Projekt Kleiderkammer oder das Berufsbildungszentrum mit einer Schüler-Studie zu Energieeffizienz.
Der Initiativkreis mit Projektleiterin Susanne Schneider (M.) will 100 Obstbäume an Norderstedter verschenken. Stadtsprecher Hauke Borchardt (2.v.l.) sucht parallel eine Fläche, auf der eine Obstbaumwieder entstehen könnte. Foto Nowatzky
Zwei der Wanderstühle werden jetzt an der Ulzburger Straße aufgestellt: Einmal bei Elektro Alsternord und bei Lüdemann. Hier können Bewerbungen für die Obstbäume - neben Äpfeln wird es auch Kirschen, Birnen und andere heimische Obstsorten geben - abgegeben werden. Außerdem ist ab sofort unter der mailadresse info@die-ulzburger.de ab sofort auch die Bewerbung per mail möglich. "Wir wollen keine Form der Bewerbung vorgeben. Ein gemaltes Bild, ein Gedicht oder ein Film, ein tolles Obstkuchenrezept oder vielleicht hat jemand ganz andere Ideen", so Schneider. Jeder, der einen Obstbaum bekommt, verpflichtet sich zusätzlich zur Pflege, einen Nistkasten oder ein Insektenhotel anzubringen. "Damit schaffen wir Lebensräume und Nahrung für Vögel, Bienenvölker und andere Tiere", so Henning Schurbohm. Bis Ende August können Bewerbungen abgegeben werden, die Gewinner werden dann beim Straßenfest am 20. September bekannt gegeben. Finanziert wird die Aktion vom IKUS, insbesondere ein Teil der Tombola-Einnahmen vom Straßenfest soll in das Obstprojekt fließen. Wenn das Interesse groß ist, kann sich Susanne Schneider eine mehrjährige Aktion vorstellen. So könnten jährlich Obstbäume verschenkt werden und mit Seminaren zum Obstbaumschnitt, einem Obstpresstag oder einem Obsttagebuch auf der facebook-Seite des Initiativkreises ein dauerhafter Naturbeitrag geleistet werden.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 28 2015