Sommerwunsch der Pfadfinder

Norderstedter Stamm möchte ein großes Zelt - eine Superjurte

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt "Das Schöne am Pfadfinder sein ist Abenteuer und Gemeinschaft", erzählt Sebastian Sailer. Der 23-jährige ist einer von zwei Vorständen des größten Pfadfinderstammes der Hamburger Diözese, des Stammes St. Hedwig in Norderstedt. 125 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 20 Jahren verbringen hier in vier Gruppen ihre Freizeit, treffen sich einmal in der Woche für die Gruppentreffen und fahren vor allem regelmäßig zu Pfadfindertreffen ins Grüne. Dafür brauchen die "Pfadies", wie Sailer die Truppe liebevoll nennt, vor allem eines: Große Zelte zum Übernachten, genannt Jurten. Innerhalb von einer halben Stunde ist eine Jurte aufgebaut. "Aber nur, wenn alle schon wissen, wie es geht", schränkt Sailer ein. Die schwarzen Zelte aus schwererbieten in der Regel Platz für etwa 15 Kinder und Jugendliche zum Übernachten, bei schlechtem Wetter wird auch in den Zelten gegessen, gesungen, gespielt und getobt. Jetzt braucht der Stamm ein neues Zelt, eine "Superovalurte". Zum einen hat der Stamm seit einiger Zeit eine neue Gruppe und die eigenen 20 Jahre alten Zelte bieten nicht mehr genug Platz. Und leihen bei anderen Stämmen geht auch nicht, denn die brauchen ihr Material vor allem in den Ferien selbst. Außerdem wollen die Vorstände mit etwa der Hälfte aller Kinder und Jugendlichen ins Sommerlager ins Saarland fahren. Sailer und sein Vorstandskollege Moritz Fisch haben deshalb mobil gemacht. Zum einen hat der Lions-Club versprochen, einen Anteil des 5.000 Euro teuren Zeltes zu übernehmen. Zum anderen sammeln Sailer und Fisch auf der Plattform der Investitionsbank Schleswig-Holstein Spenden. 2000 Euro wollen sie bis zu den Sommerferien zusammenbekommen, damit die Jurte noch vor Abfahrt am 18.Juli gekauft werden kann. In den ersten zwei Tagen wurde ein Viertel der gewünschten Summe gespendet.
Die Pfadfinder der Gruppe von Moritz Fisch üben vor der Sommerfahrt einen Zeltaufbau - hier mit einer kleinen Kote. Die gewünschte Superjurte ist dann etwa achtmal so groß. Foto Nowatzky
Nur wenn die Spendenzusagen mindestens die gewünschte Summe erreichen, fließt tatsächlich Geld. Zwischen fünf und 100 Euro versprachen die Spender bisher. "Wir haben schon alles genau geplant, damit wir auch schnell einkaufen können, wenn wir das Geld zusammen bekommen", erzählt Sebastian Sailer. Er kennt das Pfadfinderdasein von der Pike auf, startete vor 12 Jahren selbst als Jung-Pfadfinder und sagt: "Als Pfadfinder erlebt man viele tolle Dinge - vor allem auf Ausfahrten." Der Platz fürs Sommerlager ist schon gebucht. Mit Wald und See hat der Platz im Saarland alles, "was das Pfadi-Herz begehrt", wie Sailer schmunzelnd versichert. Weil diesmal alle auf einmal dabei sein sollen, geht es zu einem Platz innerhalb Deutschlands. So können die Wölflinge, die jüngsten mit sieben bis 10 Jahren, genauso dabei sein wie die Jungpfadfinder mit 10 bis 13, die Pfadfinder mit 13 bis 16 und die Rover mit 16 bis 20 Jahren.
Jenny, Martha und Ronny bereiten das Mittelstück des Zeltes vor. An ihm werden nachher die Zeltbahnen hochgezogen. Foto Nowatzky
Und sollte das Wetter eben nicht so gut sein, wäre eine große Jurte toll. "Da drin können dann bis zu 60 Leute Essen oder sich aufhalten", so plant Sailer. Und das auch für die kommenden Pfadfindergenerationen. Denn eine Jurte hält bis zu 40 Jahre, kann auch bei kleineren Schäden selber wieder geflickt werden. "Einfach mit Nadel und Faden."
Die Informationen zur Spendensammlung unter wir-bewegen.sh/project/zelt-fr-die-pfadfinder-in-norderstedt
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 27 2015