Schneller, höher, weiter - Hundesport

Hamburger Jugendmeisterschaft

Von Stefanie Nowatzky
Hummelsbüttel Sonne und Regen wechseln sich ab, doch den Aktiven auf dem Sportplatz am Ring 3 macht das nicht viel aus. Hundesportler müssen ohnehin bei jedem Wetter raus, schließlich will ihr Sportpartner auch bei Regen Gassi gehen. Doch mit gemütlichem Spazieren haben die Teilnehmer der Hamburger Jugendsportmeisterschaften 2015 nicht viel im Sinn. Sie laufen mit ihren besten Freunden 2000 Meter auf Zeit durchs Gelände und zeigen bei Gehorsamkeitsprüfung und Agility, wie gut Hund und Mensch miteinander arbeiten. Mona Krüger verteidigte mit ihrer Cleo im Gelände gerade ihren Hamburger Titel, im Juli will sie auch noch einmal den Deutschen Titel holen. Ihre Hündin ist vier Jahre alt und ein echter Familienhund. "Wir haben drei Hunde - weil wir alle Hundesport machen", erzählt Mona, die in diesem Jahr die 2000 Meter-Geländestrecke mit Cleo in 7,23 Minuten absolvierte. Die 43-Kilogramm schwere Rottweiler-Hündin rennt dabei im Geschirr vorneweg, Mona am anderen Ende der Leine als zweite. "Mit Hund bin ich etwa zwei Minuten schneller auf der Strecke", sagt sie. Dreimal in der Woche läuft sie für sich, einmal in der Woche mit Cleo im Geschirr. Und in der Turniersaison von April bis August sind die beiden fast jedes Wochenende auf Turnieren unterwegs. "Ich möchte meinen Hund fördern und es macht einfach viel Spaß", begeistert sich die 19-jährige für ihren Sport. Silvia Scholz, Obfrau für die Hamburger Jugendarbeit, erklärt: "Viele Hunde brauchen auch Kopfarbeit. Vor allem Arbeitshunde sind sonst nicht ausgelastet."
Ein eingespieltes Team: Mona (19) und Cleo (4) haben im vergangenen Jahr schon die Deutsche Meisterschaft gewonnen. 2015 sind sie jetzt erneut Hamburger Meister geworden und wollen im Juli das Doppel auf der Deutschen schaffen. Foto Nowatzky
Dafür gibt es ganz unterschiedliche Disziplinen. Bei den Jugendmeisterschaften mit insgesamt 28 Teilnehmern geht es neben Geländelauf und Gehorsamkeitsprüfung auch auf dem Turnierplatz hoch her - genauer über Hürden und Hindernisse- je nach Hundegröße über höhere oder niedrigere. Beim Agility ist die 17-järhige Jasmina Feldt mit ihrer sechsjährigen Hündin Sina am Start. Sie will sich heute die Fahrkarte zur Deutschen Meisterschaft holen. Seit Sinas Welpenzeit arbeiten die beiden gemeinsam, am liebsten mag die kleine hellbraune Hündin die Tunnel und Hürden auf dem Turnierplatz. "Sie liebt Action", weiß ihre Sportpartnerin und Freundin Jasmina.
Jasmina und Sina mögen am liebsten die Agility-Prüfungen: Einen Parcours mit Hürden, Tunneln und Slalom. Foto Nowatzky
In mehreren Durchgängen muss sie ihre Hündin durch den immer neu gestellten Parcours führen, dabei geht es um Zeit und Strafsekunden. Leider patzt Sina beim zweiten Durchgang und Jasmina ist etwas traurig: "Sie hat noch nie eine Hürde gerissen". Trotzdem reicht die Zeit für die Qualifikation für den Jugendbundeswettkampf im September in Emmendingen und das Team hat sich wieder gefangen. Und so gehen Jasmina und Sina noch einmal für eine Spaßrunde auf den Parcours und für Sina gibt es anschließend Leckerli.
Erschienen: Wochenblatt Langenhorn, Ausgabe 24 2015