Vorsicht mit Verpackungen

Verbraucherzentrale informiert über Risiken mit Lebensmittelverpackungen

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Jedes Jahr geben die Deutschen pro Kopf rund 350 Euro für Verpackungen aus, etwa die Hälfte davon für Lebensmittelverpackungen. Heike Vogel von der Norderstedter Verbraucherzentrale sagt: "Verpackungen sollen Lebensmittel schützen und Informationen geben." Aber die Ökotrophologin sorgt sich über die Menge an Verpackungen und deren Verwendung. Gerade erst wurde bekannt, das etwa 9 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren schwimmen, eine Kehrseite von immer mehr Einzelverpackungen. In einem Vortrag am 24. Juni um 14 Uhr im Rathaus, Sitzungssaal 2, will Vogel auch auf Gefahren von Verpackungen hinweisen. "Wer Verpackungen nutzt, um andere Lebensmittel darin aufzubewahren oder sogar zu erhitzen, weiß nicht, wie der Kunststoff reagiert", erklärt sie. Sie will über die Vor- und Nachteile verschiedener Verpackungsmaterialien aufklären und auch zeigen, worauf beim Einkauf und der Lagerung von Lebensmitteln zu achten ist.
Heike Vogel mit Lebensmittelverpackungen. Sie sagt: "Weniger ist mehr" und warnt vor missbräuchlicher Nutzung von Kunststoffverpackungen. Foto Nowatzky
Die Fachfrau ist sicher: "Stoffe der Verpackung gehen immer auch auf Lebensmittel über", daher rät sie zur Vorsicht mit Kunststoffverpackungen. Weil inzwischen sogenannte "intelligente" Verpackungen auf dem Markt sind, will Vogel auch über Produkte sprechen, die direkt in den Verpackungen erhitzt oder eingefroren werden können. Sie warnt: "Nehmen Sie die Angaben zu Temperatur und Wattzahl beim erhitzen unbedingt ernst - sonst drohen Gesundheitsrisiken." Am 24. Juni soll es auch um die Bewertung von Kochratschlägen gehen, wie das Nutzen von Kunststoffdeckeln als Puddingformen oder das Grillen von Hähnchen auf einer Bierdose: "Was glauben Sie, was bei 200 Grad mit Blech und Farben im Hähnchen passiert?", fragt die Expertin. Der Eintritt am 24.Juni ist frei.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 25 2015