Bestseller aus Langenhorn

Pfauenfedermord

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn Norddeutschland ist Ulrike Busch Wahlheimat. Im Rheinland geboren, zog es die 57-jährige immer schon in den Norden, seit vielen Jahren lebt sie in Langenhorn und hat hier im Norden jetzt auch die Schauplätze für ihre Bücher gefunden. "Der Pfauenfedermord" ist Busch erster Krimi, nach einem Liebesroman für Senioren, der eigentlich mehr aus Versehen entstand. "Ich wollte die letzten Jahre meiner Mutter in einem Seniorenheim für mich selbst aufarbeiten. Als ich die ersten 30 Seiten geschrieben hatte, merkte ich, dass das erst der Anfang war", erzählt die Autorin. Noch ist das Schreiben in dieser Form ein Hobby, ihr Geld verdient die studierte Sprachwissenschaftlerin mit der Dokumentierung von Software-Systemen. Dabei soll es auch weiter bleiben, doch Ulrike Busch hat für sich entdeckt, wie viel Spaß ihr diese andere Art des Schreibens macht. Und wenn schon, sollen die Bücher auch Leser finden - deshalb hat sie jetzt das Genre gewechselt. "Als ich einem meiner Kunden eine mail zu meinem ersten Buch schrieb, kam die Antwort: "Schreiben Sie doch einen Nord- oder Ostseekrimi - das lese ich dann auch", erzählt sie. Als begeisterte Amrum-Urlauberin musste sie nicht lange überlegen und so verlegte sie die Handlung um den Mord an einer Hamburger Galeristin an die Nordsee - auf die Insel Sylt. Dabei dient ihr die Nordsee vor allem als Kulisse, wie sie selber sagt. "Ich mag die Menschen dort und liebe Amrum - aber um über das Dorfleben zu schreiben, kenne ich zu wenig davon." Statt dessen fasziniert sie wie Verbrechen in sozialen Freundeskreisen entstehen, die sonst so gar nicht kriminell sind. Und diese Menschen stehen bei ihrem ersten Krimi auch klar im Vordergrund. Ihr Buch hebt sich erfrischend ab von der derzeitigen Mode, den Kommissar mit seinen persönlichen Problemen zur Hauptfigur zu machen.
Ulrike Busch vor dem Bild, dass auch den Titel ihres Krimis ziert. "Weil mir das Bild so gefiel, hat sich der Mord zum "Pfauenfedermord" entwickelt", erzählt sie. Foto Nowatzky
Statt dessen zeichnet sie sorgfältig die Beziehungen des Freundeskreises um die ermordete Galeristin Valerie nach: Seit 25 Jahren treffen sich Valerie, ihr 20 Jahre älterer Mann und Schönheitschirurg Claus, zwei weitere Pärchen und Valeries Freundin und Angestellte Elena zu gemeinsamen Ferien auf Sylt. Doch in diesem Jahr wird schnell klar, dass die Gesellschaft nicht so harmonisch ist, wie es die 25-jährige Tradition vermuten lässt. Nach Valeries Tod findet Hauptkommissar Kuno Knudsen, auf der Lieblingsinsel der Autorin zu Hause, ein Motiv bei fast jedem der Gruppe. Ulrike Busch entwirft die Handlung erst beim Schreiben, bis zum fertigen Buch braucht sie fünf Durchgänge. "Ich korrigiere selbst, und dazu brauche ich Abstand. Und wenn etwas mir nicht gefällt, schreibe ich es noch einmal komplett um." So hatte auch ihr Krimi einen anderen Anfang. Doch der las sich sperrig, rückte den Kommissar zu sehr in den Mittelpunkt. Und so strich sie kurzerhand die ersten 40 Seiten, begann statt dessen direkt mit dem Mord. Seit "Der Pfauenfedermord" Ende April als ebook bei Amazon erschien, wurde das Buch bereits 350 Mal verkauft - ein Bestseller aus Langenhorn. Und Ulrike Busch hat sich angewöhnt, morgens in die Wertungen der Bücher zu schauen. "Man wird richtig süchtig danach", schmunzelt sie. Inzwischen ist ihr Buch unter den Top 500, bei Detektivromanen sogar unter den Top 100. Gemeinsam mit dem Fuhlsbüttler Autor Klaus Struck liest Ulrike Busch am 10. Juni in Ohlsdorf um 19 Uhr im Grünen Saal direkt am Bahnhof Ohlsdorf. Die Lesung der beiden Krimiautoren ist eine Aktion im Rahmen der Solidaritätswochen zur Rettung des Hallen - und Freibades Ohlsdorf, der Eintritt ist frei.
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 24 2015