Supermarkt soll Maßstäbe setzen

Green Building Bau an der Segeberger Chaussee gestartet

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Noch steht kein Stein auf dem anderen, doch für Norderstedts Baudezernent Thomas Bosse steht schon jetzt fest: "Der Supermarkt wird eine Benchmark auch für Mitbewerber." Zukünftigen Anfragen für den Bau von großen Märkten oder Umbauten werden sich an diesem Bau messen müssen, daraus macht Bosse kein Hehl. Am Standort der REWE-Markt GmbH -Zentrale baut die Gruppe an der Segeberger Chaussee auch in ihrer Stadt einen neuen Supermarkt als zertifiziertes Green Building. Der Markt wird ohne eigene Heizung auskommen, allein die Rückgewinnung der Wärme aus Kühl- und Tief-Kühlschänken soll die 1300 Quadratmeter große Verkaufsfläche beheizen. Mit Solarflächen und Erdwärme sollen 40 Prozent des Energiebedarfs direkt gedeckt werden, der Rest über zertifizierten Grünstrom. Mit dem neuen Markt am Standort der Zentrale erfüllt sich Peter Maly, Regionalmanager für die Nordregion vom Harz bis ans Meer, einen speziellen Wunsch: "Dann haben wir endlich auch hier ein Vorzeigeobjekt", betont er. Schon vor drei Jahren hat das Unternehmen in Hamburgs Süden das erste Green Building gebaut, in Norderstedt ersetzt das neue Gebäude ab November 2015 den 30 Jahre alten Supermarkt-Bau. Bis dahin sind die 27 Mitarbeiter auf andere Filialen verteilt, zukünftig wird es noch zusätzliche Arbeitsplätze an der Segeberger Chaussee geben.
Baudezernent Thomas Bosse (l.) und REWE-Manager Peter Maly und starten mit dem ersten Spatenstich den Bau zu Norderstedts "Green Building"-Supermarkt. Foto Nowatzky
Neben dem Einsatz neuer Energien will das Unternehmen durch das Energiekonzept vor allem Strom sparen. Nur etwa 800.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr statt etwa 1 Million KW/h für einen Markt vergleichbarer Größe. Ein Kostenfaktor, wie Maly vor allem mit Blick auf steigende Energiekosten sagt. Am liebsten würde er das Konzept, das auch die Beleuchtung vorrangig mit Tageslicht einschließt, in noch mehr Märkten vorantreiben. Doch für die meisten ist sein Unternehmen Mieter. Da muss es dann Kompromisse mit den Vermietern geben, wie auch im nächsten neuen Rewe-Markt am Heroldcenter. Einen Markt in Norderstedt möchte Maly allerdings in absehbarer Zeit auch noch umbauen. An der Ulzburger Straße ist das Gebäude vergleichbaren Datums wie der jetzt abgerissene Bau an der Segeberger Chaussee, auch hier könnte dann ein Green Building entstehen.
Der von Baudezernent Thomas Bosse signierte Spaten soll später einen Platz im neuen Gebäude bekommen. Foto Nowatzky
Kostenpunkt mit Abriss und Neubau rund 5 Millionen Euro, hat der Manger verraten. Baudezernent Bosse hat schon Zustimmung für weitere Neubauten signalisiert. "Wir brauchen Qualität. Nicht nur im Angebot sondern auch bei den Bauten", freute sich Bosse bereits auf seinen ersten Einkauf im neuen Markt, den er gleich nach der Einweihung im November ankündigte: "Ich werde kommen und ich glaube, ich werde mich diebisch freuen."
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 24 2015